Steven Bochco hat nicht nur für das Fernsehen geschrieben. Er hat es kaputt gemacht. Dann setzte er es wieder zusammen, schärfer und grobkörniger. Seine Fingerabdrücke finden sich in einigen der prägendsten Dramen des späten 20. Jahrhunderts. Wenn Sie schon einmal eine Serie gesehen haben, in der die Geschichte nicht jede Woche neu gestartet wird oder in der die Polizisten wie Matrosen fluchen, dann schauen Sie sich Bochcos Vermächtnis an.
Dabei geht es nicht nur um Bewertungen. Es geht um Struktur. Es geht um Nerven. Schauen wir uns an, wie er den kleinen Bildschirm umgestaltet hat.
Die Geburt des Krimidramas in Fortsetzungen
Die meisten Leute bezeichnen Hill Street Blues als Bochcos ersten großen Hit. Technisch gesehen stand M.A.S.H. an erster Stelle, aber Bochcos wahre Revolution begann 1981 mit Hill Street Blues.
Die Premiere war eine Katastrophe. Es belegte den 87. Platz von 96 Shows. Schrecklich. ABC hätte es fast umgebracht. Aber der Schreibstil war zu gut. Die Charaktere waren zu real. Es kam wieder auf die Beine und gewann schließlich in der zweiten Staffel acht Emmys.
Warum blieb es hängen? Es war nicht die Handlung. Es war das Format. Vor Hill Street waren die meisten Krimiserien episodisch. Du klärst das Verbrechen auf, gehst nach Hause und vergisst es. Bochco führte fortlaufende Handlungsstränge ein. Die Fälle erstreckten sich über Episoden. Die Beamten hatten Leben, die sich in der nächsten Woche niederschlugen. Es war das erste Polizeidrama, das dies tat.
Es gab auch eine riesige Ensemblebesetzung. Und es kamen Handkameras zum Einsatz, was der Show ein rohes, dokumentarisches Gefühl verlieh, das man in der Hauptsendezeit nicht gesehen hatte.
„Hill Street Blues“ war nicht nur eine Show. Es war eine Blaupause.
Ehe, Recht und Netzwerkpolitik
Auch das wirkliche Leben floss in das Drehbuch ein. Bochco war während der Show mit Barbara Bosson verheiratet. Sie spielte Joyce Davenport, die Ex-Frau von Kapitän Frank Furillo (Daniel J. Travanti). Sie ließen sich 1997 scheiden, aber ihre Dynamik auf der Leinwand fühlte sich unangenehm authentisch an.
Als Hill Street endete, gab Bochco keine Ruhe. Er wechselte zu juristischen Dramen.
Von 1986 bis 1994 war er Mitgestalter und Produzent von L.A. Gesetz. Dieser verkaufte sich tatsächlich besser als Hill Street. Es wurde zur prägenden juristischen Show dieser Zeit. Aber Bochco blieb nicht bei der Innovation stehen. Er begann, mit der Netzwerkinfrastruktur zu experimentieren.
Er erfand ein Crossover-Event, das es in der Hauptsendezeit noch nicht gegeben hatte. Als seine nächste Show, Civil Wars, abgesagt wurde, beendete er nicht einfach die Geschichte. Er verlegte die Charaktere nach L.A. Gesetz. Alan Rosenbergs Anwalt und Debi Mazars Sekretärin sprangen ins Netzwerk. Es war das erste Mal, dass eine Figur auf einem anderen Kanal von einem Drama zu einem anderen wechselte.
Die vierte Wand und die Inhaltsbarriere durchbrechen
Bochco wollte Realismus. Nicht die polierte Sorte. Die chaotische Sorte.
Mit NYPD Blue, das 1993 auf den Markt kam, ging er noch einen Schritt weiter. Die Serie wurde in manchen Kreisen als „Dramedy“ vermarktet, ähnelte aber eher einer rohen Polizeiprozedur mit einem dunklen Sinn für Humor. Es war definitiv etwas für ein erwachsenes Publikum.
ABC war wegen des Inhalts so nervös, dass sie dem Piloten einen Warnbildschirm verpassten. Den Eltern wurde gesagt, dass sie mit Nacktszenen rechnen müssten. Der Haken? Die Nacktheit bestand nur aus blitzenden Gesäßbacken. Kaum etwas. Aber die Drohung reichte aus, um Aufsehen zu erregen.
Die Show ermöglichte es den Charakteren auch, direkt mit der Kamera zu sprechen. Die unsichtbare vierte Wand durchbrechen. Es machte das Publikum mitschuldig an der Polizeiarbeit. Unbequem? Ja. Revolutionär? Absolut.
Die Höhen und die Flops
Bochco hatte nicht immer recht. Manchmal war er einfach komisch.
1989 startete er „Doogie Howser, M.D.“ mit dem jungen Neil Patrick Harris in der Hauptrolle als jugendliches medizinisches Wunderkind. Es war eine Komödie, aber sie war der Startschuss für Harris‘ Karriere. Es trug zu Bochcos Legende bei, Talente zu erkennen und seltsame Ideen vorzuschlagen.
Dann kam Cop Rock.
- Bochco entschied, dass ein Polizeidrama Musik brauchte. Viel davon. Cop Rock verband düstere Polizeiarbeit mit Gesang und Tanz. Es war ein erschreckender Kopfzerbrechen. Es dauerte 11 Episoden. Das sind 11 Episoden länger, als es hätte sein sollen. Es war ein Flop.
Es gab auch andere Fehler. Bay City Blues dauerte vier Episoden. Bay City Rollers und Roller Derby Queen schafften es nicht über die Pilotphase hinaus.
Die bleibende Wirkung
Sie müssen nicht Hill Street Blues schauen, um Bochco zu spüren. Man spürt ihn in The Wire. Man spürt ihn in The Shield. Man spürt ihn in jeder Serie, die sich nicht für die Fehler ihrer Charaktere entschuldigt.
Er verwandelte die TV-Copshow von einem wöchentlichen Rätsel in ein lebendiges, atmendes Ökosystem. Er führte sexuelle Inhalte und unverblümte Sprache in das Netzwerkfernsehen ein, bevor es cool war. Er verband Shows über Netzwerke hinweg.
Hat er es immer geschafft? Nein. Aber er hat immer das Spiel verändert.
Die Frage ist nicht, ob Bochco ein guter Produzent war. Die Frage ist, wie viele unserer Lieblingssendungen es gibt, weil er beschlossen hat, die Grenzen bis zum Platzen zu verschieben.
Der Umschlag reißt immer noch. Jedes Mal, wenn eine Show zu Ende geht und Sie auf die nächste Staffel warten, schauen Sie sich Bochcos Arbeit an.

























