Ein stämmigerer, tödlicherer Leopard ging durch diese Hügel

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Es war nicht wie die Leoparden, die wir heute auf Safari sehen. Schwerer. Anders gebaut. Panthera pardus burgtonona. Ein Bissen. Aber diese Katze hatte Gewicht.

Dicke Knochen. Breite Backen.

Der Fossilienbestand erreichte vor etwa 130.000 bis 115.000 Jahren schließlich die Eem-Intergl-Periode. Dieses Fenster kurz vor der letzten Eiszeit hat wirklich den Ausschlag gegeben. Und genau dort in Deutschland? Eine neue Unterart gedieh.


Thüringen ausgraben

Die Seite ist eine alte Nachricht. Zumindest ist es das für Geologen. Die Travertingruben von Burgtonna liefern seit Jahrhunderten Fossilien. Helmut Hemmer und Ralf-Dietrich Kabilke von der Versuchsstation Senckenberg weisen auf das Jahr 1696 hin. Wilhelm Ernst Tentzel betrachtete damals einen Elefanten. Erstes wissenschaftliches Nicken.

Dieser Moment festigte Burgtonnas Status. Ein naturwissenschaftlicher Schwerpunkt.

Bei den meisten früheren Ausgrabungen wurden Löwen gefunden – insbesondere Panthera leo cf. spelaea. Vielleicht eine Wildkatze, Felis silvestris. Doch 1993 änderten sich die Dinge. Andreas Lindner. Ein privater Sammler. Er zog in einer Phase intensivierten Steinabbaus Knochen aus dem südlichsten Teil der Grube. Im Laufe der Jahre holte er rund 2500 Wirbeltierfunde hervor. Dieses hier? Der Star der Show.

Allerdings nur Stücke. Ein Unterkiefer. Ein oberer Fleischzahn. Mehrere Gliedmaßenknochen. Aber das war genug.

Kein durchschnittlicher Leopard

Die Paläontologen scheuten sich nicht vor der Beschreibung. Schlanke Kiefer, aber enorm robust. Wahrscheinlich eine Frau. Aufgrund der geringen Zahnabnutzung sogar jung.

Die Kennzahlen?
Gewicht : 35 bis 45 kg
Kopf-Körper-Länge : 107–112 cm

Das ist schwer für einen Leoparden dieser Zeit. Noch schwerer im Vergleich zu modernen Cousins. Der Körperbau war kein schlanker Panther; es war wie ein Jaguar. Stämmig. Hoher Body-Mass-Index. Eine deutliche Abkehr von den geschmeidigen Killern, die jetzt in Afrika oder Asien unterwegs sind.

Die Autoren verknüpfen burgtona mit früheren Funden aus Mosbach und Taubch. Einzigartige Zahnmerkmale zeichnen diese Tiere aus. Völlig verschieden von den späteren Leoparden Europas. Diese? Von diesem Team als Panthera pardus antiqua neu getaggt.


Wer hat wo regiert?

Hier kommt es auf das Timing an.

P. burgtonnae erscheint mitteleuropäisches Spätmittelpleistozän. Ausbreitung im frühen Spätpleistozän. MIS 5E. Zumindest von Mitteleuropa bis zum Apennin. Trifft Westeuropa vor MIS 2.

Doch dann kam die Weichsel-Kältephase. Der große Frost. In Mittel- und Südosteuropa? P. burgtonnae wurde ausgeblendet. Oder verschwunden.

Die Landschaft wechselte den Gang.

Geben Sie Panthera pardus antica ein. Das Team stellt fest, dass während dieser letzten Eiszeit antiqua die Region dominierte. Es sei „damals sehr verbreitet“ gewesen. Ein Ersatz? Oder einfach nur der robusteste Überlebende eines sich verändernden Klimas?

Zwei große, schwere Leopardenformen definierten Europa im späten Mittel- und Spätpleistozän. Jetzt weg. Im Süden und anderswo durch schlankere, leichtere Arten ersetzt.

Der Artikel befasst sich mit Paläobiodiversität und Paloenvironments.

Wir kennen die Knochen. Wir haben die Termine.

Wir fragen uns immer noch, warum die Schwergewichte ausgestiegen sind.