Dmitri Schostakowitsch war nicht nur Komponist. Er war ein Überlebender. Der am 25. September 1906 in St. Petersburg geborene zukünftige Titan der russischen Musik wuchs im Schatten der Revolution und des politischen Terrors auf. Seine Eltern waren Intellektuelle, ein Detail, das in Stalins UdSSR letztlich Segen und Todesurteil zugleich sein sollte. Bereits im Alter von 13 Jahren schlüpfte er ins St. Petersburger Konservatorium. Die meisten 13-Jährigen machen sich Sorgen um Algebra. Schostakowitsch hatte Angst, ein Zeichen zu setzen.
Sein Debüt, die Symphonie Nr. 1, erschien zwischen 1924 und 1925. Es kam nicht einfach so; es hat gesiegt. Kritiker waren verblüfft über seine Fähigkeit, große Orchesterbesetzungen mit einer Reife zu bewältigen, die seine Jugend Lügen strafte. Das Werk schwankte wild zwischen ungekünstelter Lyrik und bissiger Satire. Es war großartig. Es war heroisch. Es machte ihn fast über Nacht zu einem internationalen Namen.
Doch der Ruhm in der Sowjetunion hatte einen Haken. Man musste dem Staat gefallen. Schostakowitsch hat es versucht. Mit seinen nächsten Symphonien und Theaterstücken tauchte er in avantgardistische Gewässer. Die Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ (1932) war einer seiner größten Erfolge. Später überarbeitete er es als Katerina Izmaylova, aber der Schaden war angerichtet. 1936 verurteilten die sowjetischen Behörden das Werk. Es war eine öffentliche Demütigung. Die Regierung wollte klare, zugängliche Propaganda. Sie wollten keine Unklarheiten.
Schostakowitsch drehte sich um. Hart.
In den nächsten Jahren wurde seine Musik ernst. Elegisch. Direkt. Er entfernte die experimentellen Schichten, um der Öffentlichkeit genau das zu geben, was sie sich wünschen sollte. Dieser Wandel zahlte sich im Zweiten Weltkrieg besonders aus. Die 1941 komponierte Sinfonie Nr. 7 wurde als „Leningrader Symphonie“ bekannt. Ganz gleich, ob es explizit die deutsche Invasion darstellte oder den Zuhörern einfach nur so vorkam, es wurde zu einem starken Symbol des Patriotismus. Es wurde in der gesamten alliierten Welt gespielt. Es war ein Moralschub, der Grenzen überschritt.
Dann kam das Jahr 1948.
Wenn 1936 eine Ohrfeige war, war 1948 ein Knockout. Die Regierung verurteilte seine Musik erneut. Er war am Boden zerstört. Der Druck hat etwas in ihm zerbrochen, oder vielleicht hat er ihn tiefer in den Untergrund gezwungen. Er hörte auf zu versuchen, für die Massen zu schreiben, und begann, für seine Seele zu schreiben. Er wandte sich der Kammermusik zu. Das Ergebnis? 15 Streichquartette. Diese Werke sind bemerkenswert persönlich. Sie sind dunkel, komplex und zutiefst menschlich. Sie waren seine Art zu schreien in einem Raum, in dem Schreien verboten war.
Das „Tauwetter“ des Kalten Krieges Ende der 1950er Jahre ließ ihn wieder aufatmen. Das politische Klima veränderte sich leicht, gerade so weit, dass er zwei ausgesprochen persönliche Spätsymphonien komponieren konnte. Der 13. Bau, der 1962 fertiggestellt wurde, ist herausragend. Es ist roh. Es ist kompromisslos. Er starb am 9. August 1975 in Moskau und hinterließ einen Katalog, der ebenso ein historisches Dokument wie ein Kunstwerk ist.
Historiker und Musiker bezeichnen ihn oft als den größten russischen Komponisten nach Igor Str


























