Wie Joseph Rotblat die Atombombe verließ, um die Welt zu retten

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Joseph Rotblat änderte 1944 den Lauf seines Lebens.

Er arbeitete am Manhattan-Projekt in Los Alamos, New Mexico. Das Ziel war einfach: die ersten Atombomben zu bauen, bevor die Nazis es taten. Es stand viel auf dem Spiel. Hohes Risiko. Und für Rotblat war die Strahlung nicht das Gefährlichste. Es war die Erkenntnis, dass die Bedrohung, gegen die er antrat, nicht existierte.

Nazi-Deutschland baute keine Atombombe.

Rotblat beendete das Projekt sofort. Er kehrte nach Großbritannien zurück. Er verabschiedete sich von genau der Waffe, die eine Ära definierte.

Die meisten Physiker, die an der Bombe arbeiteten, blieben. Sie blieben, weil die Arbeit bahnbrechend war. Sie blieben wegen des Prestiges, der Finanzierung und des Ausmaßes der Herausforderung. Rotblat ging, weil sich das moralische Kalkül geändert hatte. Der Feind befand sich nicht mehr nur auf der anderen Seite des Ozeans. Der Feind war das Potenzial einer globalen Vernichtung durch jede Nation.

Das war kein Moment der Schwäche. Es war der Beginn einer lebenslangen Kampagne gegen Atomwaffen.

Ein Physikstudium, das zum Frieden führte

Rotblats Weg nach Los Alamos begann in Warschau. Er wurde 1908 geboren, studierte an der Freien Universität Polen und später an der Universität Warschau und promovierte 1938 in Physik. Der Krieg in Europa brachte alles durcheinander. 1939 hatte er sich ein Stipendium an der University of Liverpool in England gesichert.

Er blieb dort bis 1944.

Als er nach Los Alamos zog, war er Teil eines riesigen, geheimen Unternehmens. Doch sein Weggang im selben Jahr brachte ihn auf einen anderen Weg. Nach dem Krieg kehrte er nicht mehr zur Kernphysik zurück. Er wechselte zur medizinischen Physik. 1950 wurde er Professor am St. Bartholomew’s Hospital Medical College der University of London.

Er verbrachte Jahrzehnte damit, die Physik auf die Medizin anzuwenden. Doch der Schatten des Jahres 1944 ließ ihn nie los.

Das Russell-Einstein-Manifest

Im Jahr 1955 befand sich die Welt im Kalten Krieg. Die Atomwaffenarsenale wuchsen. Die Gefahr der gegenseitigen Zerstörung war keine Theorie mehr. Es war Politik.

Eine Handvoll prominenter Wissenschaftler unterzeichneten ein Manifest des Philosophen Bertrand Russell. Albert Einstein war unter ihnen, obwohl er Wochen später starb. Das Dokument kritisierte die Verbreitung von Atomwaffen. Es warnte davor, dass die Wissenschaft ein Werkzeug geschaffen habe, das die menschliche Zivilisation zerstören könnte.

Rotblat war eine dieser Unterschriften.

Dieses Manifest bestand nicht nur aus Worten. Es führte direkt zu den Pugwash-Konferenzen zu Wissenschaft und Weltgeschehen. Die Konferenz wurde nach Pugwash, Nova Scotia, benannt, der Heimat des Industriellen Cyrus Eaton, der das erste Treffen finanzierte.

Die Gründungsversammlung fand 1957 statt.

Es brachte Wissenschaftler aus rivalisierenden Nationen zusammen. Insbesondere wurde dadurch ein Raum für Gespräche zwischen amerikanischen und sowjetischen Wissenschaftlern geschaffen, wenn ihre Regierungen dies ablehnten. Dies war kein diplomatischer Gipfel. Es gab keine Politiker. Nur Forscher, die die Physik der Zerstörung verstanden und sie verhindern wollten.

Die Führung übernehmen

Rotblat war nicht nur dabei. Er führte.

Er wurde 1957 Gründungsmitglied der Pugwash-Konferenzen. Von 1957 bis 1973 war er Generalsekretär. Später war er von 1988 bis 1997 Präsident.

Die Organisation suchte nach Lösungen für die nationale Entwicklung und