Die Aussicht
Schnee. Gebirge. Wasser wie Glas.
Die NASA-Astronautin Jessica Meir erhaschte einen Blick auf die Anden, der vom Boden aus anders auftrifft. Es war der 20. Mai 226. Das Bild ist ein paar Tage alt und wurde am 6. aufgenommen.
Sie schwebte 269 Meilen hoch. Das sind 433 Kilometer. Direkt über Patagonien.
Das Ziel? Lake Argentino und die schneebedeckten Gipfel des Nationalparks Los Glaciares in der Provinz Santa Cruz. Oben hängen schwere Wolken. Kalte Luft breitet sich aus. Die südliche Hemisphäre nähert sich dem Winter. Hier oben? Der Sommer fühlt sich einfach weit weg an.
„Das Naturwunder Argentiniens“, wie sie es nennen.
Es funktioniert. Das türkisfarbene Wasser kontrastiert mit dem weißen Eis. Scharfe Linien. Keine Verschmutzung, die die Sicht beeinträchtigt.
Wer hat darauf geklickt?
Denken Sie darüber nach. Ein lebenslanger Profifotograf? Vielleicht. Ein Astronaut? Eigentlich ja.
Man geht davon aus, dass Raumfahrer nur Ingenieure oder Wissenschaftler sind, die sich Kameras für die Fahrt ausgeliehen haben. Das ist nicht ganz richtig. Die NASA trainiert sie.
Jüngste Nachrichten zeigten, dass die Artemis-2-Besatzungen ernsthafte Anweisungen vom Rochester Institute of Technology erhielten. Sie bereiten die Dokumentation einer historischen Mondmission vor. Keine Amateure in diesem Kader.
Das ist nicht neu. Die Ausbildung zum Fotografen ist mittlerweile fester Bestandteil des Astronautenlehrplans. Aktuelle Besatzungen werden ausgebildet.
Warum sich die Mühe machen?
Ein schönes Standbild von Argentinien ist schön. Es erhält Aufrufe. Aber auch die Wissenschaft braucht es.
Bilder aus dem Orbit helfen Forschern. Sogar Fotos, die innerhalb des Bahnhofs aufgenommen wurden, sind wichtig. Sie sind nicht nur Souvenirs.
Sind wir wirklich so besessen von der Aussicht?
Da hängt das Bild. Kalt, klar, fern. Wir scrollen daran vorbei. Vielleicht sollten wir es nicht tun.






























