Wie Florence Merriam Bailey die Vogelbeobachtung für immer veränderte

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Florence Augusta Merriam Bailey beobachtete nicht nur Vögel. Sie veränderte die Art und Weise, wie Amerika sie betrachtete. Vor ihr war die Vogelbeobachtung ein Hobby wohlhabender Herren mit Teleskopen und Geduld. Nach ihr wurde es zu einer zugänglichen, aktiven Beschäftigung für jeden, der bereit war, nach draußen zu gehen.

Sie wurde 1863 in Locust Grove, New York, geboren und betrat eine von Männern dominierte Welt. Ihr Bruder, Clinton Hart Merriam, wurde der erste Chef des U.S. Biological Survey. Florence hatte einen Platz in der ersten Reihe der aufstrebenden Wissenschaft der Naturgeschichte, auch wenn ihr die akademischen Türen verschlossen waren. Sie besuchte im 19. Jahrhundert das Smith College. Sie hat damals keinen Abschluss gemacht. 1921 bekam sie eins. Der Abstand spielte keine Rolle. Ihre eigentliche Ausbildung fand im Feld statt.

Ihr erstes großes Buch, „Birds Through an Opera Glass“ (1889), entstand aus Artikeln für das „Audubon Magazine“. Es war kein trockenes wissenschaftliches Handbuch. Es war ein Reiseführer. Es zeigte den Lesern, wo sie suchen sollten. Es sagte ihnen, worauf sie achten sollten. Es machte die Ornithologie praktisch.

Der Katalysator der Westküste

Gesundheitsprobleme erzwangen einen Umschwung. Tuberkulose schickte sie zur Genesung in den Westen. Was als medizinische Notwendigkeit begann, entwickelte sich zu einer karrierebestimmenden Zeit. Sie verbrachte Zeit in Utah, Südkalifornien und Arizona. Die Landschaften dort waren rau. Die Vögel waren schwer zu fassen.

Sie schrieb über das Leben in einem Mormonendorf. Sie schrieb darüber, wie sie mit einem Bronco ritt, um einen Raubvogel zu entdecken. Das waren nicht nur Reiseberichte. Es handelte sich um Feldnotizen, die die Kluft zwischen hoher Wissenschaftlichkeit und öffentlichem Interesse überbrückten. Ihr Buch „A-Birding on a Bronco“ (1896) zeigte, dass man keine Kutsche brauchte, um die Natur zu studieren. Man brauchte festes Schuhwerk und Ausdauer.

1899 zog sie nach Washington, D.C., um bei ihrem Bruder zu leben. Sie heiratete Vernon Bailey, einen Naturforscher des Biological Survey. Dabei handelte es sich nicht nur um eine Personalunion. Es war eine professionelle Allianz. Gemeinsam führten sie das Leben von Feldnaturforschern. Sie war keine Assistentin. Sie war eine gleichberechtigte Partnerin bei der Arbeit. Ihre Energie ermöglichte es ihnen, zu Fuß oder zu Pferd Wege zurückzulegen, die anderen vielleicht entgehen würden.

Institutionelle Barrieren überwinden

Florence Merriam Bailey gab sich nicht nur mit populären Texten zufrieden. Sie wollte Einfluss auf die wissenschaftliche Gemeinschaft nehmen. 1902 veröffentlichte sie das Handbook of Birds of the Western United States. Das war ein gewaltiges Unterfangen. Es diente als Gegenstück zu Frank M. Chapmans Handbook of Birds of Eastern North America. Es füllte eine riesige Lücke in der ornithologischen Literatur. Der Westen wurde von seriösen Feldführern weitgehend ignoriert.

Sie trug auch zum Werk ihres Mannes bei, darunter „Wild Animals of Glacier National Park“ (1918) und „Cave Life of Kentucky“ (1933). Aber ihre eigenen Auszeichnungen waren historisch.

Sie wurde 1885 das erste weibliche außerordentliche Mitglied der American Ornithologists‘ Union.

Das ist richtig. 1885. Lange bevor Frauen das Wahlrecht hatten. Sie wurde für ihr Fachwissen anerkannt, Jahrzehnte bevor es üblich war, dass Frauen solche Titel trugen. Sie wurde 1929 die erste Frau, die Stipendiatin wurde. 1931 erhielt sie die Brewster-Medaille. Diese Auszeichnung wurde für ihr umfassendes Buch „Birds of New Mexico“ (1928) verliehen. Die Arbeiten hatten unter der Schirmherrschaft des Biological Survey begonnen. Es war streng. Es war detailliert. Es hat gewonnen.

Das letzte Gefecht im Canyon

Ihr letztes Hauptwerk war „Among the Birds in the Grand Canyon National Park“, das 1939 vom National Park Service veröffentlicht wurde. Es passte. Ihre späteren Jahre verbrachte sie damit, sich für Naturschutz und Bildung einzusetzen. Sie war Gründungsmitglied des Audub