Staub verschwindet. Der Vorhang fällt.
Das James Webb-Weltraumteleskop der NASA hat gerade neue Einblicke in Centaurus A veröffentlicht. Dicke Wolken, die einst die Eingeweide der Galaxie verdeckten, sind jetzt zurückgezogen. Was sitzt darunter? Millionen von Sternen. Alle von ihnen. Eingepfercht in einem Kern, der sich nicht ignorieren lässt.
Wir sehen Spaghettischalen voller glühender Trümmer. Wir sehen einen verzerrten Gasstreifen, der verdächtig wie Tennessee geformt ist und direkt durch die Mitte schneidet. Und wir sehen das hungrige Schwarze Loch unten, das alles kaut, was es schnappen kann.
Es sorgt auf jeden Fall für großartige Desktop-Kunst. Aber schauen Sie genauer hin. Es ist ein Labor. Eine chaotische Sache.
Centaurus A erzählt uns, wie Galaxien kollidieren, wie schwarze Löcher fressen und wie in diesem Chaos Sterne entstehen.
Hier kommt es auf die Entfernung an. Es ist nur etwa 11 Millionen Lichtjahre entfernt. Das ist nah. Nah genug, dass Webbs Infrarotaugen Details erkennen können, die bei weiter entfernten Objekten zu Flecken verschwimmen. Jeder Stern zählt. Jedes Gaskorn erzählt eine Geschichte über Milliarden Jahre kosmischer Geschichte.
Welche Geschichte ist das?
Gewalt. Vor etwa 2 Milliarden Jahren rammte diese Galaxie eine andere. Durch den Aufprall wurde die Scheibe verdreht. Ein verzogener Staubstreifen erstreckt sich noch immer wie ein blauer Fleck über die Mitte. Aber es hat die Galaxie nicht getötet. Es hat die Dinge einfach komisch gemacht.
Hubble konnte das nicht gut sehen. Staub blockiert sichtbares Licht. Spitzer konnte zwar im Infrarotbereich schauen, aber die Sicht war nicht scharf genug. Es sah das Leuchten. Es hat die Sterne nicht gesehen. Webb sieht beides. Es trennt das alte Licht vom neuen. Astronomen können jetzt erkennen, welche Sterne es vor dem Absturz gab und welche dadurch entstanden sind.
Dann ist da noch die S-Kurve in der Nähe der Mitte.
Niemand weiß genau, was es ist. Vielleicht sind es Trümmer des antiken Absturzes. Vielleicht hat das Schwarze Loch es verdreht. Vielleicht beides. Wir warten. Wir schauen zu.
Auch Webb spaltet das Licht. Es misst die Geschwindigkeit. Warmer Wasserstoff rotiert in der Nähe des Schlunds des Schwarzen Lochs, während anderes Gas panisch nach außen flieht. Es zeigt die Doppelnatur dieser Monster. Sie komprimieren Gas, um neue Sterne zu erschaffen, ja. Sie blasen auch Gas weg, um die Entstehung neuer Sterne zu verhindern.
Schöpfung und Zerstörung in einem Atemzug.
Ihr Bildschirmschoner kann das nicht.
Kann es?
Nicht wirklich.





























