Die sieben Schwestern enthüllt: Astrofotograf fängt den gespenstischen blauen Schleier der Plejaden ein

22

Der Astrofotograf Mark Germani hat ein atemberaubendes neues Bild des Sternhaufens der Plejaden erstellt und zeigt die Himmelsformation, umgeben von einem zarten, gespenstischen blauen Dunst. Dieser offene Sternhaufen liegt 445 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Stier und ist ein beliebtes Ziel für Himmelsbeobachter und Fotografen gleichermaßen. Germanis Arbeit beleuchtet nicht nur die Brillanz der Sterne, sondern auch den subtilen, oft übersehenen interstellaren Staub, der sie umgibt.

Eine Gruppe blau-weißer Riesen

Die Plejaden, häufig auch als „Sieben Schwestern“ bezeichnet, sind eine riesige Ansammlung von über 1.000 Sternen. Sein Spitzname leitet sich jedoch von seinen sieben klügsten Mitgliedern ab: Alcyone, Asterope, Merope, Celaeno, Electra, Maia und Taygete. Diese Sterne haben überwiegend eine blau-weiße Farbe, was darauf hindeutet, dass sie im Vergleich zu älteren, kühleren Sternen wie unserer Sonne jung, heiß und massereich sind.

Germanis Foto fängt Dutzende dieser Sterne ein und zeigt den dichten Kern des Sternhaufens. Das Bild dient als visuelles Zeugnis der Jugend des Clusters; Die Plejaden sind kosmisch gesehen relativ jung und werden auf ein Alter von nur etwa 100 Millionen Jahren geschätzt. Dieser Jugendliche erklärt die Verbreitung blauer Sterne, die ihren Treibstoff schnell verbrennen und hell leuchten, bevor sie sich in verschiedene Sternphasen entwickeln.

Das Geheimnis des Blauen Nebels

Eines der auffälligsten Merkmale von Germanis Bild ist die riesige Wolke aus Reflexionsnebeln, die die Sterne umhüllt. Nach Angaben der NASA bestehen diese Wolken aus Staub und Gas, die vorzugsweise das blaue Licht der nahegelegenen heißen Sterne reflektieren. Dieser Streueffekt ähnelt dem Grund, warum der Himmel der Erde tagsüber blau erscheint.

Warum ist das wichtig? Jahrzehntelang diskutierten Astronomen über den Ursprung dieses Staubs. Frühe Theorien deuteten darauf hin, dass es sich um übriggebliebenes Material aus der Entstehung des Clusters handelte. Der aktuelle Konsens deutet jedoch darauf hin, dass sich die Plejaden lediglich durch eine zufällige interstellare Wolke bewegen. Die Sterne tragen ihre Geburtsreste nicht mit sich, sondern durchlaufen stattdessen eine separate kosmische Struktur. Germanis hochauflösende Bildgebung trägt dazu bei, dieses Verständnis zu verstärken, indem sie die schwachen, feinen Details des Staubs sichtbar macht, die andernfalls durch Lichtverschmutzung oder minderwertige Ausrüstung ausgewaschen würden.

Technische Meisterschaft hinter dem Bild

Die Erfassung solch feiner Details erforderte erheblichen Aufwand und spezielle Ausrüstung. Germani verbrachte über 18 Stunden damit, den Cluster von Vancouver, Kanada aus zu fotografieren. Sein Aufbau umfasste ein Askar SQA55 Quintuplett-Refraktor-Teleskop und eine ZWO-Astronomiekamera.

Eine wichtige Entscheidung im Prozess war die Wahl der Filter. Germani bemerkte, dass es ihm zuvor schwergefallen sei, M45 (die astronomische Bezeichnung für die Plejaden) einzufangen. Um das Ergebnis zu verbessern, verzichtete er auf seinen standardmäßigen Lichtverschmutzungsfilter und stattdessen auf einen UV/IR-Sperrfilter. Dieser spezielle Filter blockiert ultraviolette und infrarote Wellenlängen, die nicht zur sichtbaren Farbe beitragen, aber zu Rauschen und Unschärfe in digitalen Sensoren führen können.

„Ich habe mich für einen anderen Ansatz bei diesem Bild entschieden, indem ich meinen Lichtverschmutzungsfilter weggelassen und einen UV/IR-Sperrfilter eingesetzt habe, um bessere Farben und schwächere, staubige Details zu erzielen“, erklärte Germani.

Die Bildaufnahme erstreckte sich über sieben Nächte im Januar, weitere Stunden wurden im Februar aufgenommen. Diese Langzeitbelichtungstechnik ermöglicht es der Kamera, genügend Licht zu sammeln, um die schwächsten Strukturen in den Nebeln sichtbar zu machen, die für das bloße Auge unsichtbar sind.

Der sich verändernde Nachthimmel

Für Amateurastronomen ist das Timing alles. Die Plejaden prägen seit Monaten den Winterhimmel und ragen hoch über dem Horizont empor. Mit der Verschiebung der Jahreszeiten in den Frühling nimmt die Sichtbarkeit des Sternhaufens jedoch rapide ab.

Ende April sind die Plejaden erst kurz nach Sonnenuntergang tief am Westhorizont zu sehen. Es geht weniger als zwei Stunden nach der Sonne unter, was es mit zunehmender Dämmerung immer schwieriger macht, es zu beobachten. Sein Abgang markiert den Übergang zu einer neuen Reihe himmlischer Höhepunkte, wobei Frühlingskonstellationen aufsteigen und verschiedene Wunder des tiefen Himmels offenbaren, darunter entfernte Galaxien und Nebel.

Fazit

Mark