Neue Daten der Rhodium Group zeigen, dass die Treibhausgasemissionen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2025 um 2,4 % gestiegen sind und damit zwei Jahre des Rückgangs umgekehrt haben. Der Hauptgrund für diesen Anstieg ist die erneute Abhängigkeit von der Kohleenergie, gepaart mit einem höheren Energiebedarf und kälteren Wintertemperaturen.
Steigende Stromnachfrage und Comeback der Kohle
Der Stromverbrauch in den USA ist im vergangenen Jahr rasant gestiegen, was teilweise auf den Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) zurückzuführen ist. Rechenzentren, deren Betrieb enorme Energiemengen erfordert, trugen erheblich zu dieser erhöhten Nachfrage bei. Um diesen Bedarf zu decken, verbrannten die Stromversorger im Jahr 2025 etwa 13 % mehr Kohle als im Vorjahr.
Dieser Trend verdeutlicht ein kritisches Spannungsverhältnis: Während erneuerbare Energiequellen weiter wachsen, sind sie noch nicht schnell genug skaliert, um den unmittelbaren Energiebedarf neuer Technologien wie KI zu decken. Die anhaltende Abhängigkeit von Kohle unterstreicht die Herausforderungen beim Übergang zu einem vollständig dekarbonisierten Stromnetz.
Wetter und Heizölverbrauch
Auch kältere Wintertemperaturen als üblich trugen zum Anstieg der Emissionen bei. Viele Haushalte und Unternehmen verbrannten mehr Erdgas und Heizöl, um warm zu bleiben. Dies unterstreicht, wie Wettermuster kurzfristige Emissionstrends direkt beeinflussen können, auch wenn langfristige politische Maßnahmen auf tiefere strukturelle Veränderungen abzielen.
Auswirkungen der Politik und Zukunftsprognosen
Während die Regierung von Präsident Trump die Klimapolitik zurückfuhr und fossile Brennstoffe förderte, stellten die Forscher der Rhodium Group fest, dass diese Änderungen nur begrenzte unmittelbare Auswirkungen auf die Emissionen im Jahr 2025 hatten. „Die Hauptgeschichte hier war teils das Wetter, teils ein wachsender Energiesektor, der mehr Kohle verbrennt“, sagte Michael Gaffney, Research-Analyst bei der Rhodium Group.
Es wird jedoch erwartet, dass die langfristigen Auswirkungen der Politik der Trump-Regierung in den kommenden Jahren noch ausgeprägter werden. Der aktuelle Anstieg der Emissionen ist eine Erinnerung daran, dass Politikwechsel den Verbrauch fossiler Brennstoffe beschleunigen können, wenn sie nicht durch aggressive Investitionen in erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen ausgeglichen werden.
Der Anstieg der US-Emissionen im Jahr 2025 verdeutlicht das komplexe Zusammenspiel zwischen Wirtschaftswachstum, Energiebedarf, Wetterbedingungen und politischen Entscheidungen. Das Wiederaufleben der Kohle signalisiert einen möglichen Rückschlag beim Klimaschutz und unterstreicht die dringende Notwendigkeit weiterer Investitionen in nachhaltige Energielösungen und eine widerstandsfähige Infrastruktur.




























