Männer entwickeln früher eine Herzerkrankung als Frauen: Neue Studie verrät, warum

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Eine kürzlich im Journal of the American Heart Association veröffentlichte Studie bestätigt, dass bei Männern etwa sieben Jahre vor Frauen Herz-Kreislauf-Erkrankungen diagnostiziert werden. Diese Ungleichheit ist nicht einfach eine Frage des Zufalls; Forscher vermuten, dass biologische und soziale Faktoren bei diesem Trend eine wesentliche Rolle spielen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines früheren Herz-Kreislauf-Screenings bei Männern und verdeutlichen die anhaltende Bedrohung, die Herzerkrankungen für beide Geschlechter darstellen.

Der Zeitpunkt des Risikos

Die Untersuchung, bei der im Rahmen der CARDIA-Studie drei Jahrzehnte lang über 5.000 Erwachsene beobachtet wurden, ergab eine deutliche Divergenz im Risiko um das 35. Lebensjahr herum. Männer zeigten im gesamten mittleren Alter durchweg ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Frauen. Selbst nach Berücksichtigung bekannter Risikofaktoren wie BMI, Blutdruck, Ernährung und Rauchen blieb die Lücke bestehen. Dies deutet darauf hin, dass zugrunde liegende, nicht berücksichtigte Variablen eine Rolle spielen.

Der stärkste Unterschied trat bei koronarer Herzkrankheit auf – das Ergebnis der Plaquebildung in den Arterien. Männer erlebten diese Erkrankung etwa ein Jahrzehnt früher als Frauen. Allerdings konnte die Studie zwischen den beiden Gruppen kaum bis gar keinen Unterschied im Erkrankungsalter für Schlaganfall oder Herzinsuffizienz feststellen. Diese Spezifität ist wichtig, da sie den Fokus für weitere Untersuchungen einschränkt.

Warum passiert das?

Die Gründe für diese Ungleichheit bleiben komplex. Das Beobachtungsdesign der Studie kann keine Kausalität beweisen, sondern nur eine Korrelation. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass Männern möglicherweise ein wichtiges Präventionsfenster entgeht, indem sie routinemäßige Untersuchungen zur Herzgesundheit auf das mittlere Alter verschieben.

Experten betonen, dass dies die Gefahr von Herzerkrankungen für Frauen nicht verringert. Tatsächlich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen in den Vereinigten Staaten, und ihr Risiko steigt nach der Menopause aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels stark an.

Was Ärzte und Einzelpersonen tun sollten

Kardiologen empfehlen Männern, bereits im Alter von 30 Jahren mit routinemäßigen Herzuntersuchungen zu beginnen. Dazu gehört die Überwachung von Ernährung, Bewegung und Rauchgewohnheiten. Gleichzeitig ist es wichtig, keine Selbstzufriedenheit über das Risiko einer Herzerkrankung bei Frauen zu entwickeln. Die Stichprobengröße, Vielfalt und lange Dauer der Studie liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie sich die kardiovaskuläre Gesundheit im Laufe der Zeit verändert.

Ein möglicher Faktor ist die Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung: Frauen im Alter von 18 bis 44 Jahren nehmen viermal so viele Vorsorgeuntersuchungen wahr wie Männer, hauptsächlich aufgrund der gynäkologischen und geburtshilflichen Betreuung. Die Förderung einer ähnlichen proaktiven Pflege bei jungen Männern könnte dazu beitragen, das Risiko zu verringern.

„Der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Herzerkrankungsrisiko ist komplex und verändert sich im Laufe des Lebens“, sagt Dr. Brett Sealove, Lehrstuhlinhaber für Kardiologie am Hackensack Meridian Jersey Shore University Medical Center. „Jeder sollte sich regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen unterziehen und einen herzgesunden Lebensstil führen.“

Letztendlich unterstreicht diese Studie die Dringlichkeit der Herz-Kreislauf-Gesundheit für alle. Während Männer möglicherweise anfälliger für frühere Herzerkrankungen sind, steigt das Risiko bei Frauen mit zunehmendem Alter dramatisch an, sodass Prävention für beide Geschlechter gleichermaßen wichtig ist.