Das Streben nach finanzieller Sicherheit ist kaum eine moderne Erfindung. Schon in der Antike erkannten die Menschen die Kraft von Investitionen, Wohlstand zu steigern und zu schützen. Wie der römische Dichter Juvenal feststellte, war ein komfortables Jahreseinkommen von 20.000 Sesterzen – was etwa 300.000 US-Dollar an modernen Anlagerenditen entspricht – ein äußerst wünschenswertes Ziel. Die Methoden, mit denen dies erreicht wurde, unterschieden sich zwar von den heutigen Finanzinstrumenten, waren aber bemerkenswert ausgeklügelt.
Edelmetalle: Der ursprüngliche Wertspeicher
Bevor es die Aktienmärkte gab, wurde in erster Linie in Sachwerte investiert, insbesondere in Gold und Silber. Diese Metalle dienten als Absicherung gegen Währungsabwertung und Inflation, ähnlich wie sie es heute für einige Anleger tun. Wohlhabende Privatpersonen lagerten Goldbarren in Form von Barren, Barren oder verarbeiteten es zu Schmuck. Dies war jedoch nicht ohne Risiko; Diebstahl war eine ständige Bedrohung. Der Dichter Virgil beschrieb Landgüter mit „hohen Häusern“, in denen „silberne Talente tief verborgen liegen“, ein Beweis für die Notwendigkeit einer sicheren Lagerung.
Ein Talent, die größte antike Währungseinheit, betrug etwa 25 Kilogramm (55 Pfund) Silber. Cicero erzählt, wie wohlhabende Frauen wie Clodia Gold aus sicheren Schränken holten, um Geld zu verleihen, und es bei Bedarf gegen Münzen eintauschten.
Boom und Bust: Frühe Marktvolatilität
Selbst die alten Rohstoffmärkte waren nicht immun gegen Volatilität. Als in der Nähe von Aquileia, Italien, eine neue Goldader entdeckt wurde, überschwemmte der plötzliche Zufluss den Markt und ließ die Preise innerhalb von zwei Monaten um ein Drittel einbrechen. Die Lösung? Monopolisierung und Regulierung stellen eine frühe Form des Markteingriffs dar. Metalle wurden nach Gewicht verkauft und Schmuck konnte zu Goldbarren eingeschmolzen werden.
Die Einstellung gegenüber diesen Metallen war von einem unstillbaren Verlangen geprägt. Wie Xenophon feststellte, „besitzte noch nie jemand so viel Silber, dass er nichts mehr wollte.“ In Testamenten aus dieser Zeit sind häufig Erbschaften aufgeführt, darunter Silber- und Goldbarren, -platten oder -barren.
Diversifikation: Jenseits von Edelmetallen
Während Metalle als Vermögensspeicher dienten, generierten sie kein Einkommen, sofern sie nicht verkauft wurden. Ein diversifiziertes Portfolio umfasste Agrarrohstoffe – Getreide, Olivenöl und Wein –, die eine stetige Einnahmequelle darstellten. Cato, ein römischer Staatsmann, plädierte für Investitionen in diese „wesentlichen Güter“, die „resistent gegen unvorhersehbare Bewegungen in der Wirtschaft“ seien.
Kunst als Investition: Ein Luxusmarkt
Hochwertige Kunst diente auch als Anlageinstrument. Nach der Plünderung Korinths im Jahr 146 v. Chr. versteigerten die Römer die berühmten Kunstwerke der Stadt. Attalus II., der König von Pergamon, kaufte ein Gemälde von Aristeides von Theben für erstaunliche 100 Talente (2.500 Kilogramm oder 5.500 Pfund Silber). Dies zeigt, dass Meisterwerke schon damals einen enormen Wert hatten.
Politisches Risiko und imperiale Manipulation
Instabilität und imperiale Übermacht brachten zusätzliche Risiken mit sich. Während des römischen Bürgerkriegs (32–30 v. Chr.) stiegen die Rohstoffpreise aufgrund von Unruhen. Kaiser wie Caligula führten willkürliche Steuern ein, während Vespasian offen die Märkte manipulierte und Waren aufkaufte, um sie zu überhöhten Preisen weiterzuverkaufen. Diese Praktiken verdeutlichen, wie politische Kräfte selbst alte Volkswirtschaften stören konnten.
Investitionen waren in der Antike wie heute nicht ungefährlich. Von Diebstahl und Marktcrashs bis hin zu imperialer Einmischung erforderte die Anhäufung von Wohlstand sowohl Weitsicht als auch ein gewisses Maß an Glück. Das Grundprinzip bleibt jedoch unverändert: Strategische Investitionen, sei es in Metalle, Rohstoffe oder Kunst, waren schon immer ein Weg zur finanziellen Stabilität.



























