Überreste eines alten Geparden bieten Hoffnung auf die Rückkehr der Art nach Arabien

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Das schnellste Landtier der Erde ist seit Jahrzehnten nicht mehr auf der Arabischen Halbinsel zu finden. Eine bemerkenswerte Entdeckung alter Gepardenskelette und natürlich mumifizierter Überreste in saudi-arabischen Höhlen lässt jedoch die Möglichkeit zu, die Art in ihrem früheren Lebensraum wieder anzusiedeln.

Wiederentdeckung einer verlorenen Bevölkerung

Forscher unter der Leitung von Ahmed Al-Boug vom National Centre for Wildlife in Riad, Saudi-Arabien, untersuchten in den Jahren 2022 und 2023 134 Höhlen im Norden Saudi-Arabiens. In fünf von ihnen entdeckten sie eine Fundgrube: 54 Skelette und sieben bemerkenswert erhaltene Mumien. Die extreme Trockenheit des Wüstenklimas hat als natürliches Konservierungsmittel gewirkt und dafür gesorgt, dass diese Überreste Jahrhunderte, ja Jahrtausende überdauern. Die Kohlenstoffdatierung zeigt, dass das Alter der Geparden zwischen knapp über 100 und über 4.200 Jahren liegt.

Genetische Vielfalt ist der Schlüssel

Der wahre Wert dieser Überreste liegt in ihrer DNA. Eine neue genetische Analyse, veröffentlicht in Communications Earth & Environment, zeigt, dass die verlorenen arabischen Geparden genetisch nicht einheitlich waren. Stattdessen waren sie eng mit den asiatischen Geparden (A. jubatus venaticus) und den nordwestafrikanischen Geparden (A. jubatus hecki) verwandt. Dieser Befund ist von entscheidender Bedeutung, da er Naturschützern zwei potenzielle genetische Quellen für Wiederansiedlungsbemühungen bietet.

Warum das wichtig ist: In der Vergangenheit waren Wiedereinführungsprogramme häufig auf begrenzte Genpools angewiesen, was das Risiko der Inzucht erhöhte und die langfristige Lebensfähigkeit der Art verringerte. Die Entdeckung zweier unterschiedlicher genetischer Abstammungslinien bietet die Chance, eine widerstandsfähigere Population aufzubauen.

Ein vorsichtiger Ansatz zur Wiederverwilderung

Das National Centre for Wildlife arbeitet bereits an der Zucht von Geparden für die Wiedereinführung in Saudi-Arabien. Diese alten DNA-Proben könnten dabei helfen, Personen auszuwählen, die die besten Chancen haben, sich an die Bedingungen der Region anzupassen. Allerdings warnen Experten wie die Molekularökologin Liz Kierepka vor einer rücksichtslosen Umsiedlung.

„Beide moderne Unterarten sind ebenfalls vom Aussterben bedroht … Die Umsiedlung von Geparden aus diesen ohnehin schon winzigen, kämpfenden Populationen kann zu neuen Problemen für die Spenderpools führen.“

Die derzeitigen Populationen beider Unterarten sind so fragil, dass die Entfernung von Individuen zur Wiederansiedlung sie noch weiter destabilisieren könnte. Daher muss bei jedem Wiederaufbauprojekt eine sorgfältige genetische Analyse durchgeführt werden, um Spendergeparde mit Merkmalen zu identifizieren, die für das Überleben in Arabien am besten geeignet sind.

Die Zukunft der arabischen Geparden

Die Entdeckung dieser antiken Überreste stellt einen bedeutenden Schritt vorwärts bei den Bemühungen dar, Geparden nach Arabien zurückzubringen. Weitere Untersuchungen der Genome dieser Tiere könnten spezifische Anpassungen aufdecken, die die Wiederansiedlung erfolgreicher machen könnten. Während Herausforderungen bestehen bleiben, ist die Möglichkeit, diese großartigen Raubtiere noch einmal über den Arabischen Sand sprinten zu sehen, jetzt realistischer als je zuvor.