Der Parker Solar Probe der NASA ist ein Durchbruch in der Sonnenwissenschaft gelungen: die ersten detaillierten Karten der äußeren Sonnenatmosphäre, bekannt als Korona. Dies ist von Bedeutung, da es Einblicke in die Prozesse bietet, die Sonnenwinde und Weltraumwetter antreiben und sich direkt auf die Technologie auf der Erde auswirken.
Das Unerreichbare erreichen
Die Parker Solar Probe ist die erste Raumsonde, die nah genug an die Sonne fliegt, um ihre Korona aus erster Hand zu untersuchen. Seit 2021 ist es wiederholt dieser extremen Umgebung ausgesetzt und hat dank seines fortschrittlichen Hitzeschilds Temperaturen von über 2.500 °F (1.370 °C) überstanden. Obwohl die Korona selbst Temperaturen von 555.000 °C (1 Million bis 3 Millionen °F) erreicht, ermöglicht ihre geringe Dichte der Sonde, sie sicher zu passieren.
Definieren der Alfvén-Oberfläche
Das Hauptziel der Sonde bestand darin, die Alfvén-Oberfläche zu kartieren – eine unsichtbare Grenze, an der Sonnenteilchen in den Sonnenwind entweichen, einen konstanten Strom geladener Teilchen, der mit 1 Million Meilen pro Stunde (1,6 Millionen km/h) von der Sonne ausströmt. Bisher war diese Region kaum erforscht, aber Parkers Daten, die über einen Zeitraum von sieben Jahren gesammelt wurden, offenbaren nun ihre dynamische Natur.
Die Karten zeigen, dass die Alfvén-Oberfläche nicht statisch ist. Mit zunehmender Sonnenaktivität verändert es seine Form und entfernt sich weiter von der Sonne. Die Sonne hat einen Zyklus von etwa 11 Jahren, wobei Perioden hoher Aktivität (Sonnenmaximum) häufigere und stärkere Sonneneruptionen mit sich bringen. Je aktiver die Sonne wird, desto „spitzer“ und turbulenter wird die Alfvén-Oberfläche. Dies wirkt sich direkt auf das Verhalten der Sonnenwinde aus, ein entscheidender Faktor für das Verständnis des Weltraumwetters.
Warum das für die Erde wichtig ist
Das Verständnis der Alfvén-Oberfläche ist nicht nur eine akademische Angelegenheit; es hat praktische Auswirkungen. Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe können lebenswichtige Technologien auf der Erde stören, darunter:
– GPS-Systeme
– Kommunikationsnetzwerke
– Stromnetze
Durch eine bessere Vorhersage der Sonnenaktivität können sich Wissenschaftler und Betreiber auf mögliche Störungen vorbereiten. Die Fähigkeit der Sonde, die Alfvén-Oberfläche in Echtzeit zu kartieren, könnte entscheidend zur Verbesserung dieser Vorhersagen beitragen.
Rekordverdächtige Leistung und fortgesetzte Mission
Die Parker Solar Probe absolvierte im September ihren 25. Vorbeiflug und erreichte damit ihre größte Annäherung an die Sonnenoberfläche von 3,8 Millionen Meilen (6,2 Millionen Kilometer). Außerdem erreichte es eine Rekordgeschwindigkeit von 427.000 mph (687.000 km/h) und war damit das schnellste von Menschenhand geschaffene Objekt in der Geschichte. Trotz Abschluss ihrer Hauptmission bleibt die Sonde betriebsbereit und wird bis mindestens Mitte 2029 weiterhin Daten sammeln.
Die laufenden Beobachtungen der Parker Solar Probe revolutionieren unser Verständnis der Sonnenkorona und ihres Einflusses auf das Weltraumwetter und liefern wichtige Daten für den Schutz erdbasierter Technologien.




























