Rosa Rauschen: Neue Studie stellt seine Verwendung als Schlafmittel in Frage

18
Rosa Rauschen: Neue Studie stellt seine Verwendung als Schlafmittel in Frage

Aktuelle Untersuchungen der University of Pennsylvania in Zusammenarbeit mit europäischen und kanadischen Wissenschaftlern legen nahe, dass Rosa Rauschen, das als Schlafmittel vermarktet wird, tatsächlich die Schlafqualität verschlechtern kann. Dies stellt die weit verbreitete Praxis in Frage, Umgebungsgeräusche zu nutzen, um Störungen zu überdecken und die Ruhe zu verbessern.

Das Spektrum von Klang und Schlaf

Rosa Rauschen gehört zu einer Familie von „Breitband“-Geräuschen, einschließlich weißem, braunem und blauem Rauschen, die jeweils durch ihre Frequenzverteilung definiert sind. Während weißes Rauschen – oft als statisches Rauschen beschrieben – am bekanntesten ist, wird rosa Rauschen von vielen wegen seiner weicheren, natürlicheren Qualität (ähnlich einem Regen oder einem Wasserfall) bevorzugt. Die Beliebtheit dieser Geräusche beruht auf der Idee, dass sie störende Umgebungsgeräusche übertönen können. Diese neue Studie wirft jedoch Zweifel an dieser Annahme auf.

Studienmethodik und Ergebnisse

Forscher überwachten 25 Erwachsene (im Alter von 21 bis 41 Jahren) sieben aufeinanderfolgende Nächte lang in einem Schlaflabor. Die Teilnehmer durchliefen verschiedene Bedingungen: geräuschloser Schlaf, Belastung durch Umgebungslärm (Flugzeuge, Verkehr, schreiende Babys), nur rosa Rauschen, kombiniertes Umgebungs- und rosa Rauschen sowie eine Kontrollgruppe, die Ohrstöpsel verwendete.

Die Ergebnisse waren frappierend:

  • Allein der Umgebungslärm reduzierte den Tiefschlaf (N3) um 23 Minuten pro Nacht. Dies ist wichtig, da Tiefschlaf für die körperliche Erholung von entscheidender Bedeutung ist.
  • Rosa Rauschen allein verkürzte den REM-Schlaf im Vergleich zu Umgebungslärm um fast 19 Minuten. Der REM-Schlaf ist für das Gedächtnis und die emotionale Verarbeitung von entscheidender Bedeutung.
  • Das schlechteste Ergebnis war, wenn Umgebungsgeräusche und rosa Rauschen gleichzeitig abgespielt wurden. Sowohl der Tief- als auch der REM-Schlaf waren deutlich kürzer und die Teilnehmer verbrachten mehr Zeit wach.
  • Ohrstöpsel waren die einzige Bedingung, die diese Auswirkungen abmilderte, was darauf hindeutet, dass sie eine sicherere Alternative zur Geräuschunterdrückung darstellen.

Warum das wichtig ist

Die Studie wirft ernsthafte Fragen zur pauschalen Empfehlung von Rosa Rauschen als Schlafmittel auf. Beim REM- und Tiefschlaf geht es nicht nur darum, sich ausgeruht zu fühlen; Sie sind wichtig für die kognitive Funktion, die emotionale Stabilität und sogar die körperliche Gesundheit. Für Kinder, deren Gehirne sich noch in der Entwicklung befinden und die mehr Zeit im REM-Schlaf verbringen, ist der potenzielle Schaden besonders besorgniserregend.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Spielen von Pink Noise … schädlich sein könnte – insbesondere für Kinder“, sagt Schlafforscher Mathias Basner.

Der Bedarf an weiterer Forschung

Die Forscher erkennen die geringe Stichprobengröße der Studie an, betonen jedoch, dass die vorläufigen Ergebnisse Vorsicht gebieten. Millionen von Menschen verlassen sich zum Schlafen auf Breitbandgeräusche, doch die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind noch lange nicht schlüssig. Es bedarf weiterer Forschung zu Langzeiteffekten, unterschiedlichen „Geräuschfarben“ und sicheren Lautstärkepegeln.

Die Schlussfolgerung der Studie ist eindeutig: Rosa Rauschen mag zwar beruhigend wirken, seine Auswirkungen auf den Schlaf sind jedoch komplex und potenziell schädlich. Personen, insbesondere solche mit sich entwickelndem Gehirn, sollten Alternativen wie Ohrstöpsel in Betracht ziehen oder einfach die Grundursache von Umgebungslärm angehen, anstatt ihn zu überdecken.