Seltene rote Ringe am Himmel: Mysteriöses Lichtphänomen über Italien eingefangen

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Zum zweiten Mal in drei Jahren ist über einer Kleinstadt in den italienischen Alpen wieder ein auffälliger roter Heiligenschein aufgetaucht, der einem UFO ähnelt. Das Phänomen, das der Naturfotograf Valter Binotto am 17. November in Possagno, Italien, eingefangen hat, spiegelt ein ähnliches Ereignis wider, das im März 2023 fotografiert wurde.

Was sind das für seltsame Lichter?

Dabei handelt es sich nicht um außerirdische Besucher, sondern um ein seltenes atmosphärisches Ereignis namens ELVE (Emission of Light and Very Low-Frequency Perturbations due to Electromagnetic Pulse Sources). ELVEs sind eine Art transiente leuchtende Ereignisse (TLE) – kurzlebige optische Phänomene in der oberen Atmosphäre, die mit intensiven Gewittern verbunden sind.

ELVEs entstehen, wenn starke Blitzeinschläge elektromagnetische Impulse (EMPs) in den Weltraum senden. Diese Impulse kollidieren mit der Ionosphäre, regen Stickstoffmoleküle an und verursachen einen kurzen roten Lichtblitz, ähnlich wie Polarlichter. Elfen sind jedoch viel schneller: Sie blinken in etwa einer Tausendstelsekunde ein und aus, sodass sie für das bloße Auge nahezu unsichtbar sind.

Warum sind sie so schwer zu erkennen?

Die Geschwindigkeit dieser Ereignisse macht es schwierig, sie direkt mitzuerleben. Fotografen wie Binotto verlassen sich bei der Aufnahme auf ihr Können, ihre Erfahrung und eine spezielle Kameraausrüstung.

Der jüngste ELVE entstand aus einem Gewitter in der Nähe von Vernazza, etwa 185 Meilen südlich von Possagno, während der Ring 2023 aus einem Sturm in der Nähe von Ancona, etwa 174 Meilen südöstlich, entstand. Das Phänomen selbst hatte einen Durchmesser von etwa 125 Meilen und ereignete sich in einer Höhe von etwa 60 Meilen über dem Boden.

Jenseits der roten Ringe: Andere atmosphärische Wunder

Elfen sind nur ein Teil des Puzzles. Zu den weiteren TLEs gehören:

  • Sprites: Rote, quallenförmige Entladungen mit zickzackförmigen Plasmaranken.
  • Gigantische Jets: Hoch aufragende blaue Lichter, die von Gewittern nach oben schießen und sogar aus dem Weltraum sichtbar sind.

Diese Ereignisse sind oft mit extremen Blitzen verbunden, deren elektrische Ströme zehn- bis 30-mal stärker sind als durchschnittliche Gewitter (im jüngsten Fall etwa 303 Kiloampere).

Die Wissenschaft hinter der Lichtshow

ELVEs sind nicht nur optisch atemberaubend; Sie erzeugen auch Röntgenstrahlen, relativistische Elektronen und terrestrische Gammastrahlenblitze. Während diese sekundären Effekte für die Menschen am Boden keine Gefahr darstellen, liefern sie wertvolle Daten für Wissenschaftler, die hochenergetische kosmische Strahlung untersuchen.

Die wiederholten Vorkommnisse in Possagno sind eher Zufall als Ort. ELVEs sind riesig, erstrecken sich über Hunderte von Kilometern und können bei den richtigen Bedingungen und der richtigen Ausrüstung von jedem Ort innerhalb dieser Reichweite aus fotografiert werden.

Das Phänomen verdeutlicht die komplexe und oft unsichtbare elektrische Aktivität, die in unserer oberen Atmosphäre auftritt, und erinnert uns daran, dass selbst bekannte Wetterereignisse außergewöhnliche, selten beobachtete Erscheinungen hervorrufen können.