Eine neuartige Dreifachmedikamententherapie hat in mehreren Mausmodellen die vollständige Ausrottung von Bauchspeicheldrüsenkrebstumoren gezeigt und bietet damit eine potenzielle neue Richtung für die Behandlung einer der tödlichsten Krebsarten. Die am 2. Dezember in PNAS veröffentlichte Studie legt eine wirksame Strategie zur Überwindung von Resistenzen und zur Verbesserung der Überlebensraten bei dieser aggressiven Krankheit nahe.
Die Herausforderung von Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bekanntermaßen schwer zu behandeln, mit einer düsteren Fünf-Jahres-Überlebensrate von nur 13 %. Durch ihr heimliches Wachstum, oft ohne frühe Symptome, kann sich die Krankheit ausbreiten, bevor sie entdeckt wird. Bestehende Behandlungen wie die Chemotherapie haben Schwierigkeiten, Tumore wirksam zu beseitigen, und verursachen häufig schwere Nebenwirkungen. Tumore passen sich häufig an und finden alternative Wachstumswege, die Medikamente unwirksam machen.
Ein dreigleisiger Ansatz zur Tumoreliminierung
Die neue Therapie zielt gleichzeitig auf drei wichtige Krebswachstumswege ab: das mutierte KRAS -Gen (in fast allen Bauchspeicheldrüsenkrebsarten vorhanden), einen verwandten Weg und das Protein STAT3, das als Notfall-Backup fungiert, wenn andere Wege blockiert sind. Forscher fanden heraus, dass die Blockierung aller drei Signalwege in drei verschiedenen Mausmodellen Tumoren vollständig eliminierte.
Zu diesen Modellen gehörten:
- Tumore, die direkt in die Bauchspeicheldrüse von Mäusen implantiert werden
- Gentechnisch veränderte Mäuse, die Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickeln
- Menschliche Tumorproben, die in Mäusen mit geschwächtem Immunsystem gezüchtet wurden
In allen Fällen wurden die Tumoren so weit ausgerottet, dass sie nicht mehr nachweisbar waren. Bemerkenswerterweise zeigte die Behandlung bei Mäusen keine signifikante Toxizität und keine negativen Auswirkungen auf das Körpergewicht, das Blutbild oder die Organgesundheit.
Die beteiligten Drogen und ihr Mechanismus
Die Dreifach-Wirkstoffkombination umfasst:
- Afatinib: ein von der FDA zugelassenes Medikament für bestimmte Lungenkrebsarten
- Daraxonrasib: derzeit in klinischen Studien für KRAS-mutierte Krebsarten
- Eine neuartige Verbindung zur Deaktivierung von STAT3
Diese Kombination verhindert wirksam ein Wiederauftreten des Tumors; In der Studie traten die Tumoren mindestens 200 Tage nach der Behandlung nicht wieder auf – eine längere Dauer, als sie normalerweise mit Einzelmedikamententherapien in ähnlichen Tiermodellen erreicht wird.
Nächste Schritte und Vorsichtsmaßnahmen
Obwohl die Forschung vielversprechend ist, befindet sie sich noch in einem frühen Stadium. Mäuse tolerieren Toxizität tendenziell besser als Menschen, sodass mögliche Nebenwirkungen bei Patienten weiterhin ein Problem darstellen. Die Forscher arbeiten daran, alternative Medikamente zu identifizieren, die auf dieselben Signalwege mit weniger Nebenwirkungen abzielen.
Darüber hinaus weisen Bauchspeicheldrüsentumoren eine erhebliche genetische Vielfalt auf, was bedeutet, dass diese Therapie möglicherweise nicht universell wirksam ist. Das Team plant, den Ansatz an weiteren Mausmodellen mit unterschiedlichen KRAS-Mutationen und anderen krebsbedingten Genveränderungen zu testen, um seine breite Anwendbarkeit zu bewerten.
Die Eliminierung von Tumoren bei Mäusen ist ein erheblicher Fortschritt. Obwohl Studien am Menschen erforderlich sind, deuten die Ergebnisse auf ein neues Paradigma für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs hin – eines, das Resistenzen überwindet und zu einer langfristigen Remission führt.
