Ein beeindruckendes Satellitenbild, das am 22. März 2025 von Landsat 8 aufgenommen wurde, zeigt die brutalen Folgen eines mächtigen Sturmsystems, das über 100 Tornados in den USA auslöste. Das Foto zeigt zwei nahezu perfekt parallele Spuren, die in die Landschaft in der Nähe von Tylertown, Mississippi, gegraben wurden, ein düsteres Zeugnis der zerstörerischen Kraft der Natur.
Der Supersturm vom März 2025
Zwischen dem 14. und 16. März löste ein „ausgedehntes oberes Trogtal“ aus warmer, feuchter Luft eine Reihe extremer Gewitter in den Hochebenen und im Mittleren Westen aus. Das Ergebnis war ein beispielloser Ausbruch von Tornados, bei dem 113 bestätigte Tornados durch 14 Bundesstaaten fegten. Nach vorläufigen Berichten von NBC News kamen tragischerweise mindestens 42 Menschen ums Leben.
Mississippi war mit 18 gemeldeten Tornados am stärksten betroffen. Die Hälfte davon erreichte mindestens Stufe 2 („erheblicher Schaden“) auf der Enhanced Fujita-Skala und verursachte weitreichende Zerstörungen. Die Mississippi Emergency Management Agency schätzt, dass rund 1.000 Häuser sowie zahlreiche Unternehmen und Bauernhöfe beschädigt wurden.
Die parallelen Gleise
Das Satellitenbild konzentriert sich auf zwei unterschiedliche Tornadospuren etwas außerhalb von Tylertown. Die längere Strecke erstreckt sich über etwa 55 Meilen (89 Kilometer), während die kürzere etwa 9 Meilen (15 km) umfasst. Die Abfolge der Ereignisse – welcher Tornado zuerst zuschlug und wie viel Zeit zwischen ihnen verging – bleibt unklar.
Der größere Tornado hat schätzungsweise Stufe 4 („verheerender Schaden“) auf der EF-Skala erreicht und ist damit der stärkste Einzeltornado des gesamten Ausbruchs. Das Erdobservatorium der NASA geht davon aus, dass die Windgeschwindigkeiten wahrscheinlich einen Spitzenwert von etwa 170 mph (274 km/h) erreichten, was einem Hurrikan der Kategorie 5 entspricht.
Ausweitung der Tornado-Aktivität
Die Veranstaltung im März 2025 ist Teil eines umfassenderen Trends. In diesem Jahr gab es bereits rekordverdächtige Tornadoaktivitäten: Allein im März wurden 299 Wirbelstürme gemeldet – fast das Vierfache des historischen Durchschnitts von 80. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) weist darauf hin, dass das jüngste La-Niña-Phänomen dazu beigetragen hat, den Jetstream zu verändern und günstige Bedingungen für Unwetter im Süden der USA zu schaffen.
Die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Tornados hängt jedoch auch mit dem langfristigen Klimawandel zusammen. Steigende Meeresoberflächentemperaturen, verursacht durch menschliche Aktivitäten, verschärfen extreme Wetterbedingungen, einschließlich Tornados. Wie im Jahr 2023 zu sehen war, können einzelne Tornados mittlerweile eine beispiellose Größe und Zerstörungskraft erreichen und Dutzende Menschenleben fordern.
Darüber hinaus treffen Tornados zunehmend Regionen, in denen sie einst selten waren, was auf eine mögliche Verschiebung der „Tornado Alley“ – der traditionellen Hochrisikozone – hindeutet. Einige Experten glauben nun, dass sich das gefährdete Gebiet östlich der Rocky Mountains erstrecken und einen größeren Teil der USA umfassen könnte.
Die Konvergenz von kurzfristigen Wettermustern und langfristigen Klimatrends lässt darauf schließen, dass extreme Tornado-Ereignisse weiterhin eine erhebliche Bedrohung für Gemeinden in den gesamten Vereinigten Staaten darstellen werden. Das Verständnis dieser Dynamik ist entscheidend für die Verbesserung der Vorbereitung und die Minderung der wachsenden Risiken im Zusammenhang mit Unwettern.
