Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA hat sein 100.000stes hochauflösendes Bild der Marsoberfläche aufgenommen und markiert damit fast zwei Jahrzehnte kontinuierlicher Beobachtung. Dieser Erfolg unterstreicht den dauerhaften Beitrag der Raumsonde zur Planetenwissenschaft und unserem Verständnis der dynamischen Umgebung des Roten Planeten.
Jahrzehnte der Marsbeobachtung
Das MRO wurde 2005 gestartet und betrat 2006 die Marsumlaufbahn. Mit seiner Kamera „High-Resolution Imaging Science Experiment“ (HiRISE) hat das MRO kontinuierlich detaillierte Bilder übermittelt. In den letzten 17 Jahren bedeutet dies durchschnittlich ungefähr 5.000 Bilder pro Jahr, also etwa 14 täglich aufgenommene Fotos. Die schiere Menge der gesammelten Daten ist beispiellos und bietet Wissenschaftlern einen langfristigen Überblick über die geologischen Prozesse auf dem Mars.
Der neueste Schnappschuss: Syrtis Major
Das am 7. Oktober aufgenommene Meilensteinbild konzentriert sich auf Syrtis Major, eine Region mit Tafelbergen, Kratern und Dünen südöstlich des Jezero-Kraters. Dieses Gebiet ist von besonderem Interesse, da es zeigt, wie Sanddünen im Laufe der Zeit über den Planeten wandern. Die Region ist so markant, dass sie von erdgestützten Teleskopen wie Hubble aus als dunkler Fleck erscheint.
Jenseits statischer Bilder: Veränderungen erfassen
Das MRO liefert nicht nur statische Bilder des Mars; es dokumentiert Veränderungen. Wissenschaftler haben beobachtet, dass sich Dünenfelder mit dem Wind verschieben und dass es an steilen Hängen zu Erdrutschen kam. Diese Beobachtungen sind entscheidend für das Verständnis der Kräfte, die die Marslandschaft formen, und für die Frage, ob die Bedingungen jemals für flüssiges Wasser auf der Oberfläche geeignet waren.
„HiRISE hat nicht nur herausgefunden, wie unterschiedlich die Marsoberfläche von der der Erde ist, es hat uns auch gezeigt, wie sich diese Oberfläche im Laufe der Zeit verändert“, sagt Leslie Tamppari, stellvertretende Projektwissenschaftlerin bei MRO.
Kometenbeobachtung: Ein unerwarteter Bonus
Gelegentlich verlagert MRO seinen Fokus weg von der Marsoberfläche, um Objekte außerhalb des Planeten zu beobachten. Im Oktober nahm es ein Bild des interstellaren Kometen 3I/ATLAS auf, der in einer Entfernung von 19 Millionen Meilen an der Raumsonde vorbeiflog. Obwohl MRO nicht für diese Art von Beobachtung konzipiert war, bestätigte es die Eigenschaften des Kometen, einschließlich einer hellen Koma aus Gas und Staub, und lieferte wertvolle Daten über interstellare Objekte.
Es wird erwartet, dass das MRO seine Mission so lange wie möglich fortsetzt, Wissenschaftlern fortlaufend Daten über die Entwicklung des Mars liefert und möglicherweise Hinweise auf seine frühere Bewohnbarkeit liefert. Der kontinuierliche Strom hochauflösender Bilder wird für zukünftige Missionen und Langzeitstudien des Roten Planeten von unschätzbarem Wert sein.
