Vor 1,8 Millionen Jahren schlachteten Menschen Elefanten ab: Ein Durchbruch im frühen Werkzeuggebrauch

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Neue Beweise deuten darauf hin, dass vor fast 1,8 Millionen Jahren alte Menschen Elefanten schlachteten, eine Leistung, die fortschrittliche Werkzeuge, koordinierte Anstrengungen und eine beträchtliche Belohnung in Form von Proteinen erforderte. Forscher unter der Leitung von Manuel Domínguez-Rodrigo von der Rice University in Texas haben in der Olduvai-Schlucht in Tansania einen Fundort entdeckt, der auf diese frühe Beherrschung der Großwildverarbeitung hinweist.

Der Wandel zum Großwild

Über eine Million Jahre lang jagten die frühen Menschen vor allem Kleinwild wie Gazellen und Wasserböcke. Vor etwa 2 Millionen Jahren änderte sich dies. In der Olduvai-Schlucht, einer fossilreichen Region, die sich über 2 bis 17.000 Jahre menschlicher Aktivität erstreckt, beobachteten Forscher einen plötzlichen Anstieg der Überreste von Elefanten und Flusspferden, der vor etwa 1,8 Millionen Jahren begann. Allerdings erwies sich die Bestätigung, dass Menschen diese riesigen Tiere aktiv schlachteten, als schwierig.

Der entscheidende Durchbruch gelang mit der Entdeckung des EAK-Standorts. Diese Stätte enthielt die Überreste von Elephas recki, einer ausgestorbenen Elefantenart, sowie deutlich größere und schwerere Steinwerkzeuge als die, die früher von Homininen verwendet wurden. Domínguez-Rodrigo stellt fest, dass diese „Pleistozän-Messer“ auch nach der Ausgrabung bemerkenswert scharf blieben.

Beweise für Metzgerei

Das Team stellte fest, dass die Elefantenknochen kurz nach dem Tod gebrochen waren – als der Knochen noch frisch („grün“) war. Während Aasfresser wie Hyänen Fleisch fressen können, können sie die dicken Gliedmaßenknochen erwachsener Elefanten nicht brechen. Die Forscher fanden Hinweise auf durch Hammerschläge verursachte Brüche an mehreren Knochen, was eine menschliche Beteiligung am Schlachtprozess bestätigt.

Bemerkenswerterweise fehlten den Knochen deutliche Schnittspuren von der Fleischentfernung, sodass die Frage offen blieb, ob die Menschen den Elefanten getötet oder einen Kadaver geplündert hatten. Das Vorhandensein grüner Brüche und damit verbundener Werkzeugspuren lässt jedoch stark auf eine aktive Schlachtung schließen.

Implikationen über Tools hinaus

Bei dieser Entdeckung geht es nicht nur um bessere Werkzeuge; es weist auf umfassendere soziale und kulturelle Veränderungen unter den frühen Homininen hin. Domínguez-Rodrigo argumentiert, dass das Schlachten von Elefanten größere, besser koordinierte Gruppen erforderte, was zu Veränderungen im Verhalten der Homininen führte. Der Übergang legt nahe, dass Homo erectus, der wahrscheinliche Werkzeugmacher, in der Lage war, gewaltige Beute zu bekämpfen.

Debatte und weitere Forschung

Nicht alle Forscher stimmen der Interpretation der EAK-Site zu. Michael Pante von der Colorado State University argumentiert, dass die Beweise schwach seien und sich stark auf die Nähe zwischen Werkzeugen und Knochen sowie die Annahme von von Menschen verursachten Brüchen stützen. Er weist darauf hin, dass die HWK EE-Stätte, die 1,7 Millionen Jahre alt ist, einen stärkeren Beweis liefert, da Knochen neben Tausenden anderer Artefakte deutliche Schnittspuren aufweisen.

Trotz der Debatte liefert die EAK-Website überzeugende Beweise dafür, dass frühe Menschen bereits vor mindestens 1,78 Millionen Jahren in der Lage waren, Elefanten zu verarbeiten. Dieser Fortschritt im Werkzeuggebrauch und beim kooperativen Jagen markiert einen bedeutenden Meilenstein in der menschlichen Evolution.

Die Fähigkeit, Großwild wie Elefanten auszubeuten, veränderte die Ernährung und das Verhalten der frühen Menschen grundlegend und sorgte für einen erheblichen Kalorienschub. Dies war ein entscheidender Schritt in der menschlichen Entwicklung.