Jeremy Hansen ist bereit, der erste Kanadier zu werden, der den Mond umrundet, was einen entscheidenden Moment in der Geschichte der Weltraumforschung des Landes markiert. Seine bevorstehende Mission, Artemis 2, ist nicht nur eine persönliche Leistung, sondern ein Beweis für Kanadas jahrzehntelange Investition in Weltraumtechnologie und internationale Partnerschaften. Diese Mission unterstreicht eine Verlagerung hin zu umfassenderen Mondambitionen, die über die niedrige Erdumlaufbahn hinausgehen und den Grundstein für eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond legen.
Vom Kampfpiloten zum Mondforscher: Ein langer Weg zu Artemis 2
Hansens Weg zum Astronauten war nicht unmittelbar. Er wurde 2009 von der Canadian Space Agency (CSA) ausgewählt und verbrachte 14 Jahre damit, andere Missionen zu unterstützen, wichtige Instrumente für die Internationale Raumstation (ISS) zu entwickeln, Weltraumpolitik zu beraten und die Astronautenausbildung zu leiten. Dieses lange Warten verdeutlicht eine strukturelle Realität: Kanadas begrenzter Beitrag (unter 3 %) zum ISS-Betrieb führt zu seltenen Möglichkeiten für Astronautenflüge. Sein Sitz auf Artemis 2 wurde durch Kanadas Investition in den Canadarm3-Roboterarm für die Gateway-Station der NASA gesichert, obwohl die NASA inzwischen ihre Mondpläne angepasst hat und einer Mondbasis Vorrang vor Gateway einräumt.
Diese Situation ist typisch für die Weltraumforschung, wo der Zugang zu Missionen stark von finanziellen und technologischen Beiträgen abhängt. Ohne diese können selbst hochqualifizierte Astronauten längere Zeit ohne Flugeinsätze rechnen.
Eine vielfältige Crew für eine bahnbrechende Mission
Hansen wird an der Seite von drei NASA-Astronauten fliegen: Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover (der erste schwarze Astronaut, der sich über die erdnahe Umlaufbahn hinaus wagte) und Missionsspezialistin Christina Koch (die erste Frau, die dies tat). Der geplante Start im April 2024 stellt einen historischen Schritt hin zu einer tieferen Raumfahrt und einer Ausweitung der menschlichen Präsenz über die Erde hinaus dar.
Hansens Perspektive: Kanadas Platz im Weltraum verdienen
In einem aktuellen Interview betonte Hansen, dass Kanadas Beteiligung an der Erforschung des Weltraums kein Zufall sei, sondern das Ergebnis nachhaltiger Bemühungen und Innovationen.
„Das ist kein Geschenk, sondern etwas, das wir uns über Jahrzehnte verdient haben. Wir haben daran gearbeitet, Technologien zu entwickeln und Innovationen voranzutreiben, und jetzt sind wir ein wichtiger Partner auf der Weltbühne in Bezug auf die Raumfahrt, und wir haben uns unseren Platz hier verdient.“
Hansens kindliche Faszination für den Weltraum – er verwandelte sein Baumhaus in eine Raumschiffattrappe – verdeutlicht die anhaltende Kraft der frühen Inspiration. Er dankt den Pädagogen und Mentoren dafür, dass sie seine Ambitionen gefördert und ihn durch die Luftfahrt und schließlich zum Militär geführt haben.
Indigene Weisheit und die Suche nach Sinn
Hansens Reise beinhaltet auch eine tiefe Auseinandersetzung mit indigenen Perspektiven. Er hat an traditionellen Zeremonien, einschließlich Visionsquests, teilgenommen und sich von den Ältesten Rat holen lassen. Sein Missionsabzeichen enthält indigene Symbolik und repräsentiert Grundwerte wie Respekt, Liebe, Mut, Ehrlichkeit, Weisheit, Demut und Wahrheit.
„Meine Erkenntnisse … sind, dass ich ein ziemlich ehrgeiziger Mensch bin … Aber ich spüre die Last der Probleme auf der Welt … Der Sinn des Lebens besteht darin, glücklich zu sein … Diese Kriege kann man nicht lösen … Aber man kann sicherstellen, dass seine Energie nicht zur Negativität beiträgt.“
Diese Integration indigenen Wissens spiegelt eine breitere Bewegung in Richtung Inklusion und Anerkennung traditioneller Weisheit in modernen wissenschaftlichen Bestrebungen wider.
Der Mondsüdpol: Eine ressourcenreiche Grenze
Die Artemis-2-Mission wird wichtige Daten über den Mondsüdpol sammeln, ein Gebiet, in dem sich vermutlich gefrorenes Wassereis in dauerhaft beschatteten Kratern befindet. Diese Ressource ist für zukünftige Mondmissionen von entscheidender Bedeutung und stellt potenzielle Quellen für Trinkwasser, Sauerstoff zum Atmen und Treibstoff für Raumfahrzeuge dar. Die Mission unterstreicht den pragmatischen Ansatz der Weltraumforschung, der die damit verbundenen Risiken anerkennt und gleichzeitig einer sorgfältigen Vorbereitung und Anpassung Priorität einräumt.
„Zum Mond zu fliegen ist verrückt … Er ist 400.000 Kilometer entfernt … Aber es ist supercool, dass wir es schaffen, und das können wir, indem wir es durcharbeiten.“
Letztendlich verkörpert Hansens Mission den Geist menschlichen Ehrgeizes und des unermüdlichen Strebens nach Wissen. Es ist ein mutiger Schritt nach vorne für Kanada und ein Beweis für die gemeinsame Anstrengung, die erforderlich ist, um die Grenzen der Weltraumforschung zu verschieben.




























