Injektionen zur Gewichtsreduktion stehen im Zusammenhang mit vermehrten Pankreatitis-Berichten

20
Injektionen zur Gewichtsreduktion stehen im Zusammenhang mit vermehrten Pankreatitis-Berichten

Die Arzneimittelbehörde des Vereinigten Königreichs hat vor einem geringfügigen, aber deutlich erhöhten Risiko einer schweren akuten Pankreatitis bei Anwendern beliebter Medikamente zur Gewichtsreduktion und gegen Diabetes gewarnt. Dies ist auf einen erheblichen Anstieg der gemeldeten Fälle durch das landesweite System zur Überwachung unerwünschter Nebenwirkungen der Gelben Karte zurückzuführen.

Steigende Meldungen, schwerwiegende Komplikationen

Zwischen Anfang 2024 und Anfang 2025 verwendeten etwa 1,6 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich GLP-1-Medikamente wie Semaglutid (Wegovy, Ozempic) und Tirzepatid (Mounjaro). Diese Medikamente haben bei der Gewichtskontrolle an Bedeutung gewonnen, bergen heute jedoch ein erhöhtes Bewusstsein für potenzielle Risiken. Akute Pankreatitis, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, äußert sich in starken Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber und erfordert häufig einen Krankenhausaufenthalt.

Die Regulierungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (MHRA) hat 1.143 Berichte über akute und chronische Pankreatitis im Zusammenhang mit Semaglutid oder Tirzepatid protokolliert, darunter 17 Todesfälle. Die überwiegende Mehrheit dieser Fälle (807) betraf Tirzepatid, wobei 166 mit Semaglutid in Zusammenhang standen. Aufgrund der Zunahme der Meldungen hielt es die Regulierungsbehörde für notwendig, ihre Leitlinien zu aktualisieren.

Warum das wichtig ist

Pankreatitis ist selten und betrifft laut Packungsbeilage etwa einen von 100 Patienten, die diese Medikamente einnehmen. Der jüngste Anstieg der Fälle, insbesondere bei Tirzepatid, deutet jedoch auf einen Trend hin, der Aufmerksamkeit erfordert. Die Bauchspeicheldrüse ist für die Verdauung und die Regulierung des Blutzuckers von entscheidender Bedeutung. Schwere Entzündungen können zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

Die Chief Safety Officer der MHRA, Dr. Alison Cave, betonte, dass das Risiko zwar gering sei, das Bewusstsein jedoch entscheidend sei. Patienten mit anhaltenden, ausstrahlenden Magenschmerzen, begleitet von Übelkeit und Erbrechen, sollten sofort ärztlichen Rat einholen. Die Regulierungsbehörde arbeitet außerdem mit Genomics England zusammen, um zu untersuchen, ob genetische Faktoren die Anfälligkeit für Pankreatitis bei GLP-1-Benutzern beeinflussen.

Reaktion der Branche und laufende Überwachung

Die Pharmaunternehmen Novo Nordisk (Wegovy, Ozempic) und Eli Lilly (Mounjaro) bekräftigten beide ihr Engagement für die Patientensicherheit. Novo Nordisk betonte, wie wichtig es sei, diese Medikamente nur nach Anweisung und unter strenger ärztlicher Aufsicht einzunehmen. Lilly betonte die kontinuierliche Überwachung der Sicherheitsdaten und die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden.

Beide Unternehmen erkennen an, dass Pankreatitis in den Produktinformationen als seltene Nebenwirkung aufgeführt ist, und raten den Patienten, etwaige Bedenken mit ihrem Arzt zu besprechen. Die MHRA empfiehlt die Meldung von Nebenwirkungen im Rahmen des Yellow-Card-Systems, um die Überwachung nach dem Inverkehrbringen zu verbessern.

Die aktualisierten Leitlinien der MHRA unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überwachung von GLP-1-Medikamenten, auch wenn diese für viele Patienten weiterhin wirksam sind. Die Zusammenarbeit der Agentur mit Genomics England unterstreicht einen Wandel hin zur personalisierten Risikobewertung in der Arzneimittelsicherheit.