El Niño und La Niña: Die großen Wetterveränderungen auf der Erde verstehen

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El Niño und La Niña sind natürliche Klimamuster, die das globale Wetter dramatisch beeinflussen, und sie stehen kurz davor, sich erneut zu verschieben. Während La Niña derzeit in Kraft ist, sagen Wissenschaftler eine El Niño-Entwicklung später im Jahr 2026 voraus. Dabei handelt es sich nicht nur um regionale Phänomene; Sie verändern die Temperaturen und Niederschläge weltweit.

Was genau sind El Niño und La Niña?

Diese Ereignisse sind entgegengesetzte Phasen der El Niño-Southern Oscillation (ENSO), einem wiederkehrenden Klimamuster mit Schwerpunkt im Pazifischen Ozean. Der Hauptunterschied liegt in den Meeresoberflächentemperaturen: El Niño bringt wärmeres Wasser, während La Niña es abkühlt.

Dabei geht es nicht nur um die Temperatur. ENSO verändert auch den Luftdruck; Bei El Niño herrscht in der Nähe von Australien ein Hochdruckgebiet und in der Nähe von Französisch-Polynesien ein Tiefdruckgebiet, bei La Niña ist das Gegenteil der Fall. Unter neutralen Bedingungen herrscht im Pazifik ein typischer Temperaturgradient – ​​kühler im Osten, wärmer im Westen.

Der Kreislauf funktioniert folgendermaßen: Normale Passatwinde drücken warmes Oberflächenwasser nach Westen und erhitzen es dabei. El Niño schwächt diese Winde und lässt warmes Wasser nach Osten strömen. La Niña verstärkt die Winde, wodurch warmes Wasser weiter nach Westen getrieben wird und kaltes Wasser aus der Tiefe aufsteigt.

Das Muster wurde erstmals vor Jahrhunderten von peruanischen Fischern bemerkt, die beobachteten, wie das warme Wasser um Weihnachten seinen Höhepunkt erreichte, und es „El Niño de Navidad“ (das Christkind) nannten.

Wie wirken sich diese Veränderungen auf das globale Wetter aus?

Die Auswirkungen sind komplex, einige Trends sind jedoch klar:

  • Temperaturen: El Niño erhöht im Allgemeinen die globalen Temperaturen, während La Niña eine kühlende Wirkung hat. Die regionalen Auswirkungen sind jedoch sehr unterschiedlich. 2024, das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, wurde neben dem langfristigen Klimawandel teilweise auch durch El Niño verursacht.
  • Niederschläge: El Niño sorgt tendenziell für feuchtere Bedingungen im Süden der USA und trockenere Bedingungen für Südostasien und Australien. La Niña kehrt dieses Muster um und begünstigt Regenfälle in Australien und Indonesien, während der Süden der USA austrocknet.
  • Tropische Stürme: El Niño verstärkt häufig Stürme im Pazifik, verringert sie jedoch im Atlantik. La Niña hat den gegenteiligen Effekt.
  • CO2-Werte: El Niño-Ereignisse können aufgrund eines verringerten Pflanzenwachstums in von Dürre betroffenen Regionen und einer Zunahme von Waldbränden zu höheren CO2-Werten in der Atmosphäre führen.

Auch das Wetter im Vereinigten Königreich wird beeinflusst: El Niño erhöht möglicherweise die Wahrscheinlichkeit eines milden Winteranfangs, gefolgt von einem kalten Ende, und La Niña erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Kaltstarts und eines milden Endes.

Warum sind diese Muster wichtig?

Diese extremen Wetterereignisse beeinträchtigen weltweit die Infrastruktur, die Nahrungsmittelversorgung und die Energiesysteme. El Niño verringert beispielsweise den Nährstoffauftrieb vor der südamerikanischen Küste und beeinträchtigt das Meeresleben und die Fischerei. Das El-Niño-Ereignis 2015-16 führte nach Angaben der Vereinten Nationen bei über 60 Millionen Menschen zu Ernährungsunsicherheit.

Episoden treten typischerweise alle zwei bis sieben Jahre auf, wobei die aktuelle La Niña Mitte bis Ende 2024 beginnt.

Die Rolle des Klimawandels

Das IPCC findet derzeit keine schlüssigen Beweise dafür, dass der Klimawandel die Häufigkeit oder Intensität von El Niño/La Niña-Ereignissen verändert hat. Einige Klimamodelle deuten jedoch darauf hin, dass die Erwärmung zu häufigeren und stärkeren Schwankungen zwischen den beiden Phasen führen könnte. Dies bleibt ein Bereich aktiver Forschung.

Das Verständnis von ENSO ist nicht nur für die Vorhersage des Wetters von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Vorbereitung auf seine kaskadenartigen Auswirkungen auf globale Systeme. Mit fortschreitendem Klimawandel wird die Überwachung und Vorhersage dieser Veränderungen noch wichtiger.