Dr. Judith L. Rapoport, Pionierin der Zwangsstörung, stirbt im Alter von 92 Jahren

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Dr. Judith L. Rapoport, eine führende Kinderpsychiaterin, die das öffentliche Verständnis von Zwangsstörungen (OCD) dramatisch verändert hat, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Ihre Arbeit, insbesondere ihr 1989 erschienenes Buch „The Boy Who Couldn’t Stop Washing“, brachte einen zuvor missverstandenen Zustand ans Licht. Nach Angaben ihres Mannes Stanley Rapoport verstarb sie am 7. März in Washington D.C. an Lungenkrebs.

Das Schweigen rund um Zwangsstörungen brechen

Zwangsstörungen waren jahrzehntelang ein versteckter Kampf. Die Forschungen und Schriften von Dr. Rapoport ergaben, dass die Störung schätzungsweise 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung betrifft – weitaus häufiger als bisher angenommen. Die Scham über die Symptome hielt viele Betroffene im Schatten. Diese Symptome reichen von zwanghafter Kontrolle (Geräte, Schlösser usw.) bis hin zu schwächenden Ritualen wie wiederholtem Zählen oder übermäßigem Händewaschen.

Die Auswirkungen einer Zwangsstörung können schwerwiegend sein, da unkontrollierbare Zwänge Stunden am Tag in Anspruch nehmen. Die Arbeit von Dr. Rapoport war entscheidend für die Normalisierung der Diskussion rund um diese Kämpfe und den Abbau von Stigmatisierung.

Neurologische Grundlage für Obsessionen

Die Ergebnisse von Dr. Rapoport gingen über die Beschreibung des Verhaltens von Zwangsstörungen hinaus; Sie zeigte eine klare neurologische Grundlage für die Erkrankung. Ihre Forschung zeigte, dass Obsessionen – die aufdringlichen, sich wiederholenden Gedanken – und Zwänge – die sinnlosen Rituale zur Linderung von Angstzuständen – in der Gehirnfunktion verwurzelt sind. Diese Entdeckung war ausschlaggebend dafür, dass Zwangsstörungen von einer psychologischen Kuriosität zu einer behandelbaren neurologischen Erkrankung wurden.

Ihr Buch vereinfachte komplexe wissenschaftliche Konzepte für den Durchschnittsleser und machte den Zustand verständlich und nachvollziehbar. Diese Zugänglichkeit half unzähligen Menschen, ihre eigenen Symptome zu erkennen und Hilfe zu suchen.

Dr. Rapoports Vermächtnis liegt in ihrer Fähigkeit, die Art und Weise, wie Zwangsstörungen wahrgenommen, verstanden und behandelt werden, zu verändern. Ihre Arbeit hat den Weg für wirksamere Therapien und eine mitfühlendere Sicht auf diejenigen geebnet, die mit dieser Störung leben.