Die Wiedereinführung des Eurasischen Bibers in Cornwall stellt einen bedeutenden Schritt in der wachsenden Wiederverwilderungsbewegung Großbritanniens dar. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die Tiere bereits die Landschaft umgestalten und einen natürlichen Schutz vor Überschwemmungen bieten. Nach jahrelanger Planung wurden im Februar vom Cornwall Wildlife Trust (CWT) vier Biberpaare in das Einzugsgebiet der Flüsse Par und Fowey freigelassen, um sich auf überschwemmungsgefährdete Gebiete zu konzentrieren.
Naturingenieure bei der Arbeit
Biber sind bekannt für ihre Fähigkeit, Wasserwege durch den Bau von Dämmen zu verändern und Teiche und Feuchtgebiete zu schaffen. Diese natürlichen Eingriffe verlangsamen den Wasserfluss, speichern Kohlenstoff und bereichern Ökosysteme. Dieser Ansatz ist nicht neu; Erfolgreiche Versuche am River Otter in Devon zwischen 2015 und 2020 zeigten die Lebensfähigkeit und die Vorteile der Art für die Umwelt.
Der Hydrologe Prof. Richard Brazier von der University of Exeter betont, dass diese Vorteile messbar sind: „Sie schaffen wunderbare Teichsysteme, die Wasser speichern, oft direkt an der Spitze von Einzugsgebieten … Dadurch fließt das Wasser langsamer durch die Einzugsgebiete.“ Belege aus ausgewachsenen Biberstandorten, beispielsweise in der Nähe des Forest of Dean, zeigen, wie Dämme Überschwemmungsspitzen reduzieren. Die laufenden Veröffentlichungen in Cornwall und Somerset werden voraussichtlich zu ähnlichen Ergebnissen führen.
Eine geschützte Art mit spürbarer Wirkung
Im Oktober 2022 wurde wildlebenden Bibern per Gesetz der Status „Europäisches Artenschutzgebiet“ zuerkannt, wodurch ihre Anerkennung als heimische Wildtiere gestärkt wurde. Dieser Rechtsschutz bedeutet, dass vorsätzliche Schädigung oder Störung ohne Lizenz verboten ist. Die Wiederansiedlungsstrategie wird von Natural England sorgfältig verwaltet und konzentriert sich auf Freisetzungen, die eindeutig positive Ergebnisse liefern – die Wiederherstellung natürlicher Prozesse, die Unterstützung des Hochwassermanagements, die Verbesserung der Wasserqualität oder die Stärkung der genetischen Vielfalt.
Der Antrag des CWT für die Freigabe von Cornwall umfasste umfangreiche Vermessungen und die Zusammenarbeit mit Landbesitzern, was die komplexe, aber überschaubare Natur dieser Projekte widerspiegelt. Ein Frühindikator für den Erfolg: Zwei freigelassene Tiere haben sich bereits zusammengetan und mit dem Bau eines Staudamms begonnen.
Herausforderungen und Überlegungen
Während die ökologischen Vorteile offensichtlich sind, bestehen in Sektoren wie der Landwirtschaft weiterhin Bedenken. Die National Farmers Union (NFU) erkennt potenzielle Vorteile an, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Ackerland und der damit verbundenen Bewirtschaftungskosten. Die Regierung behauptet, dass die Wiederansiedlung sorgfältig gesteuert wird, um Störungen der Landwirtschaft und der Infrastruktur so gering wie möglich zu halten.
Blick nach vorne
Die Rückkehr der Biber stellt die herkömmliche Wahrnehmung von „natürlichen“ Landschaften in Frage, da sie die Umwelt nach ökologischen Grundsätzen umgestalten. Prof. Brazier bemerkt: „Wenn Biber hereinkommen, beginnen sie, es so zu gestalten, wie die Natur es möchte.“ Die langfristigen Auswirkungen der Freisetzung in Cornwall bleiben abzuwarten, aber die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass Biber eine entscheidende Rolle bei der Bewirtschaftung der Wasserressourcen und der Wiederherstellung von Ökosystemen in einem sich verändernden Klima spielen können.
Die Wiederansiedlung des Bibers stellt einen Wandel hin zur Anerkennung naturbasierter Lösungen für den Hochwasserschutz und die Wiederherstellung der Umwelt dar. Da diese Tiere ihr historisches Verbreitungsgebiet zurückgewinnen, bieten sie ein leistungsstarkes Modell für die Anpassung an Klimaextreme und den Aufbau widerstandsfähigerer Landschaften.





























