Umweltbehörde erhält polizeiliche Befugnisse zur Bekämpfung illegaler Abfallentsorgung

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Die britische Regierung plant, den Beamten der Umweltbehörde (Environment Agency, EA) erweiterte Durchsetzungsfähigkeiten zu gewähren und ihnen praktisch ähnliche Befugnisse wie Polizeibeamte zu geben, um in ganz England energisch gegen Fliegendeponien und illegale Abfallentsorgung vorzugehen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Frustration über das Ausmaß der Umweltkriminalität, die Kommunen jedes Jahr Millionen für Aufräumarbeiten kostet.

Neue Befugnisse für Vollzugsbeamte

Gemäß der vorgeschlagenen Gesetzgebung könnten EA-Beamte bald befugt sein, Folgendes zu tun:

  • Durchsuchungen ohne Gewähr durchführen von Grundstücken, bei denen der Verdacht illegaler Abfallaktivitäten besteht.
  • Beschlagnahme von Vermögenswerten im Zusammenhang mit Abfalldelikten, einschließlich Fahrzeugen und Ausrüstung.
  • Verhaftungen von Personen vornehmen, die im Verdacht stehen, Umweltdelikte begangen zu haben.

Derzeit verfolgt die EA Straftäter. Zu den jüngsten Erfolgen zählen unter anderem zehn sofortige Freiheitsstrafen und die Schließung von über 1.000 illegalen Mülldeponien im vergangenen Jahr. Beamte argumentieren jedoch, dass umfassendere Befugnisse erforderlich seien, um Kriminelle wirksamer abzuschrecken.

Strengere Strafen für Abfallkriminalität

Die Regierung beabsichtigt, die Höchststrafen für illegalen Abfalltransport und -handel auf fünf Jahre zu erhöhen. Diese neuen Befugnisse werden unter Verwendung bestehender Gesetze umgesetzt, etwa des Police and Criminal Evidence Act und des Proceeds of Crime Act 2002, um die Durchsetzung zu rationalisieren.

Umweltministerin Emma Reynolds erklärte, die Regierung ergreife „entschlossene Maßnahmen“, um „Abfallkriminellen Einhalt zu gebieten und die Verantwortlichen schnell vor Gericht zu stellen“.

Ruft nach weiteren Maßnahmen

Während einige Gesetzgeber die Ausweitung der EA-Befugnisse begrüßen, halten andere sie für unzureichend. Tim Farron, Abgeordneter der Liberaldemokraten, argumentiert, dass die National Crime Agency die Ermittlungen übernehmen sollte, und behauptet, dass „halbe Maßnahmen einfach nicht ausreichen.“

Es werden auch neue Maßnahmen in Betracht gezogen, um Strafpunkte auf den Führerschein für Verstöße gegen das falsche Trinkgeld hinzuzufügen, was möglicherweise zum Ausschluss von der Fahrerlaubnis führen kann, wenn innerhalb von drei Jahren 12 oder mehr Punkte gesammelt werden.

Das Ausmaß des Problems

Laut der Umweltorganisation Keep Britain Tidy ist Fliegenkippen das illegale Abladen von Abfällen auf nicht genehmigtem Land. Die finanzielle Belastung durch die Beseitigung illegal entsorgter Abfälle lastet stark auf den Kommunen, wodurch Ressourcen von wesentlichen öffentlichen Dienstleistungen abgezogen werden.

Die vorgeschlagenen Durchsetzungsmaßnahmen spiegeln ein wachsendes Engagement für eine aggressivere Bekämpfung von Umweltkriminalität wider. Kritiker argumentieren jedoch, dass möglicherweise eine umfassendere Strategie unter Einbeziehung der National Crime Agency erforderlich ist, um die illegale Abfallentsorgung tatsächlich einzudämmen.