Es sollte ein Standardstart sein. Nur ein weiterer Donnerstagabend in Xichang. Der Lange Marsch-3B raste mit dröhnendem Motorengeräusch in der feuchten Luft über den Turm hinweg. Dann, nach dreißig Sekunden, warf die Natur einen Curveball. Ein Blitz traf die Rakete mitten im Flug.
Wer vom Boden aus zusah, sah nicht nur einen Lichtstreifen. Sie schrien. Das im Internet kursierende Video ist chaotisch, hell und erschreckend nah.
Aber hier ist der Teil, der normalerweise nicht passiert. Die Rakete flog weiter. Es ist nicht explodiert. Es ist nicht ins Meer gefallen. Die China Aerospace Science and Technology Corporation (CASIC) bestätigte, dass die Nutzlast – ein Kommunikations-Relaissatellit – pünktlich zum geostationären Orbit gelangte.
Warum Blitze Raketen treffen (und warum sie normalerweise überleben)
Sie fragen sich vielleicht, warum ein mit Sprengstoff gefülltes Metallrohr so leicht zerbrochen wird. Es ist einfache Physik. Raketen erzeugen riesige ionisierte Wolken, wenn sie die Atmosphäre verlassen. Sie werden im Grunde genommen zu Blitzableitern bei Steroiden.
Dies ist kein einzigartiger Fehler. Tatsächlich kommt es häufiger vor, als man denkt, dass man einen direkten Angriff überlebt.
Der Satellit wird die Kommunikation für die chinesische Raumstation Tiangong weiterleiten.
Der jüngste Start von Long March-3B am 23. Juli hat bewiesen, dass das moderne chinesische Raumfahrtprogramm für das Einstecken von Schlägen ausgelegt ist. Aber werfen Sie einen Blick zurück in die Archive. Die NASA-Mission Apollo 12 wurde beim Start zweimal vom Blitz getroffen. Zweimal.
Die Saturn-V-Rakete absorbierte beide Bolzen. Sicherlich hatten einige nicht unbedingt erforderliche Sensoren laut Berichten nach dem Flug „permanente Auswirkungen“. Aber Charles Conrad, Alan Bean und Dick Gordon landeten trotzdem auf dem Mond. Die Mission ging weiter.
Dann ist da noch die russische Sojus im Jahr 2019. Kurz nach dem Start schlug ein Blitz ein. Der Kommunikationssatellit Glasnost? Erfolgreich bereitgestellt.
Welche Raketen versagen nach einem Blitzeinschlag?
Warum ist das also wichtig? Denn manchmal läuft es nicht gut.
1987 erlitt die Atlas/Centaur-67 einen Schlag. Ein einziger Bolzen. Aber dieses Mal hat der Blitz einen Leitcomputer kaputt gemacht. Das Fahrzeug kam nicht einfach vom Kurs ab; es löste sich am Himmel auf. Die NASA-Analyse dieser Katastrophe stellt fest, dass der Einschlag letztendlich zur Auflösung des Fahrzeugs geführt hat.
Der Unterschied? Redundanz. Moderne Systeme wie der Lange Marsch-3B und der Apollo Saturn V verfügten über genügend Unterstützung oder Abschirmung, um den Lärm zu ignorieren. Der Atlas von 1987 tat dies nicht.
Wir wissen immer noch nicht genau, welche Variable den Ausschlag gibt. Liegt es am Schlagwinkel? Die Flugphase? Oder einfach nur Glück?
Derzeit summt der chinesische Satellit im Orbit und kommuniziert mit der Tiangong-Station. Der Blitz hat seinen Zweck erfüllt, die Rakete hat ihn ignoriert.
Das ist so nah an einem Wunder, wie es in der Technik nur geht. Wir bauen sie immer weiter aus. Der Himmel versucht immer wieder, sie zu Fall zu bringen.
Wer gewinnt?






























